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Von links: Vizezentralratsvorsitzende Greti Demetz, Ausgezeichnete Karl Fink und Bruno Bertoldi, Zentralratspräsident Josef Hasp

30.000 freiwillige Stunden für Bedürftige

Vinzenzgemeinschaft: Enormer freiwilliger Einsatz, solide Bilanz, neues Statut, Rückhalt in der Bevölkerung

Von links: Vizezentralratsvorsitzende Greti Demetz, Ausgezeichnete Karl Fink und Bruno Bertoldi, Zentralratspräsident Josef Hasp

Präsident Josef Andreas Haspinger verwies am Samstag bei der Jahresvollversammlung im Bozner Pastoralzentrum auf einen zwölfprozentigen Spendenanstieg im Vergleich zum Jahr 2017. Insgesamt wurden in diesem Jahr 1,424 Mio € für die Unterstützung der Menschen in Not ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 31 Prozent mehr.

Der Zentralratspräsident betonte vor den mehr als 100 Freiwilligen aus dem ganzen Land, dass zwar die Not in Südtirol nicht weniger werde, aber auch die Hilfsbereitschaft der  520 Südtiroler Vinzenzschwestern und -brüder konstant sei: Mehr als 30.000 Stunden lang haben sie sich in 54 Südtiroler Vinzenzkonferenzen für Menschen in schwierigen Situationen eingesetzt, haben zugehört, Hausbesuche gemacht, Lebensmittelgutscheine verteilt, Stromrechnungen bezahlt und Kosten für Heizmaterial übernommen. Applaus erhielt die Jugendgruppe der „VinziBuddys“, die im vergangenen Jahr gegründet wurde. 

Tägliche Hilfe für Menschen in Not

Häufig unsichtbar, aber unverzichtbar sind die  520 Helferinnen und Helfer der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft im ganzen Land: Tagaus, tagein stehen sie Menschen in Not zur Seite – freiwillig und in 54 eigenständigen Vinzenzkonferenzen organisiert. Sie werden jeweils von einem oder einer Vorsitzenden koordiniert, sind in sechs Bezirken zusammengefasst und werden von einem Zentralrat geleitet.

Dessen Präsident Josef Andreas Haspinger verglich die Vinzenzgemeinschaft mit einem Acker: Darauf müsse wachsen, was Menschen bräuchten. Auch die Freiwilligen in den Vinzenkonferenzen täten, was Bedürftige am meisten brauchen: Sie schenken Zeit und Geduld, hören zu, erteilen Rat, verteilen Lebensmittel, Essen und Kleider, begleiten zum Arzt, helfen bei Hausaufgaben oder beim Erlernen einer Sprache. Sie tun das ehrenamtlich.

Jugend als Hoffnungsträger

Die Jugend sei für langfristige ehrenamtliche Arbeit heute nicht mehr so leicht zu animieren, sagte Haspinger. Umso mehr freue er sich über den Zuwachs der Gruppe der jungen VinziBuddies im vergangenen Jahr, die Menschen in schwierigen Situationen begleiten.

Als Ursache für die Armut macht Haspinger prekäre Arbeitsplatze, unterbezahlte Arbeit, mangelnde Qualifikation, Schicksalsschläge und Pech im Leben aus. Jede sechste Südtiroler Arbeitnehmerfamilie lebe an der Armutsgrenze. Das müsse aufhorchen lassen, betonte er. Dass niemand wirklich Hunger leiden müsse, habe unter anderem mit der Vinzenzgemeinschaft zu tun.

VinziBus: 15-jähriges Jubiläum

Im vergangenen Jahr beging der VinziBus in Bozen sein 15-jähriges Jubiläum. Mehr als 100.000 Essen haben dessen 43 Freiwillige in eineinhalb Jahrzehnten in Bozen abends 3 mal in der Woche  ausgegeben. Seit 20 Jahren führt die Vinzenzgemeinschaft in Bozen die Ozanam-Wohnung für Haftentlassene. Dutzende Männer fanden dort nach einem Gefängnisaufenthalt Unterkunft und konnten sich auf die Rückkehr in die Gesellschaft vorbereiten.

Auszeichnung für langjährigen Einsatz

Ausgezeichnet wurde der frühere Präsident der Vinzenzgemeinschaft Josef Plankensteiner für seinen 65-jährigen Einsatz für die Hilfsorganisation. Vor mehr als 40 Jahren baute er außerdem die Hilfsaktion „Hunger in der Welt“ auf, im Rahmen dessen er in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Georg Pan in Simbabwe, Sudan, Rumänien, Ukraine, Afghanistan, Indien, Bolivien und Syrien gegen den Hunger helfen konnte.

Mehrere Jahrzehnte betreute er zudem gemeinsam mit Georg Hörwarther aus Meran die „Vinzenzbriefe“, die seit Herbst nicht mehr gedruckt werden und deren Inhalte in einen periodischen Newsletter fließen. Bruno Bertoldi und Karl Fink wurde für ihren freiwilligen Einsatz im Bozner Gefängnis gedankt. Bertoldi hat dort 47 Jahre lang Gefangene begleitet, Fink 25 Jahre lang.

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