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Reger Austausch zwischen den Delegationen des Südtiroler und des Österreichischen Raiffeisenverbandes.

ÖRV: „Mehrwert der Regionalbanken auf den Punkt bringen“

Bei der Informationstagung Mitte Mai wurden die Obleute und Geschäftsführer der Südtiroler Raiffeisenkassen über die Auswirkungen des EU-Bankenpakets unterrichtet. Dazu hatte die Verbandsspitze des Raiffeisenverbandes Südtirol namhafte Experten aus dem In- und Ausland eingeladen. Darüber hinaus präsentierte der Österreichische Raiffeisenverband seine Initiative „Regional.Stark“.

Reger Austausch zwischen den Delegationen des Südtiroler und des Österreichischen Raiffeisenverbandes.

Verbandsobmann Herbert Von Leon und Generaldirektor Paul Gasser begrüßten die Anwesenden und freuten sich, kompetente Vortragende im Raiffeisen-Pavillon zu Gast zu haben.

Besonders aufschlussreich war die Präsentation von Andreas Pangl, Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes und Johannes Rehulka, Geschäftsführer des Fachverbandes der Raiffeisenbanken.  Sie stellten die Ergebnisse einer Meinungsumfrage vor, die die Bedeutung der Regionalbanken in Österreich unterstreichen.  Der Aussage „Ohne Regionalbank im Ort würden Arbeitsplätze wegfallen“ stimmten 78 Prozent der Befragten zu. Rund 64 Prozent würde beim Verlust der Lokalbank ein wichtiger Partner (nicht nur im Bereich Finanzen) fehlen.

Andreas Pangl, Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbandes und Johannes Rehulka, Geschäftsführer des Fachverbandes der Raiffeisenbanken.

Initiative Regional.Stark

Dies bestärkte den Österreichischen Raiffeisenverband, die Initiative „Regional.Stark“ zu forcieren.  „Wir müssen unsere Bedeutung in der Region klarmachen, denn wir haben auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag“, so Andreas Pangl.

Johannes Rehulka stellte fest, dass es einen Trend zur Regionalisierung gibt: „Wir müssen den Mehrwert der Regionalbanken auf den Punkt bringen und uns für die Verhältnismäßigkeit in der Regulierung stark machen.“  Eine zentrale EU-Einlagensicherung lehnte er ab. Dies widerspreche dem Genossenschaftsgedanken.

EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann

Herbert Dorfmann: „Kleine Banken nicht mit Auflagen ersticken“

EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann ging in seiner Rede auf das europäische Bankenpaket ein und zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben als Südtiroler mit diesem EU-Bankenpaket Glück gehabt, denn es ist gelungen, die Interessen der Regionalbanken zu unterstreichen.“  Dorfmann hob  hervor, dass kleine Banken nicht mit Auflagen erstickt werden dürfen.

Im Anschluss führte Federico Cornelli, Leiter der European Regulatory Intelligence Unit der ABI, die Folgen des europäischen Bankenpakets im Detail aus. Er betonte die Wichtigkeit der länderübergreifenden Zusammenarbeit, da 90 Prozent der Normen in Brüssel verfasst werden.

Josef Grüner: Gute Ansätze des Bankenpakets

Josef Grüner von der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG erläuterte die möglichen Auswirkungen des Bankenpakets auf die Südtiroler Raiffeisenkassen. Er begrüßte den neuen Grundsatz, dass kleine, risikoarme und lokal wirkende Banken anders behandelt werden als große, internationale und risikoträchtige Banken. Grüner stellte fest, dass es gute Ansätze für potenzielle Erleichterungen durch eine stärkere Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit geben könnte.

Zum Abschluss der Infotagung fasste Marco Venturino die zentralen Ergebnisse zum kürzlich erschienen Buch von Rainer Masera „Community Banks und Lokalbanken: Lässt sich die Lücke auf beiden Seiten des Atlantiks schließen?" prägnant zusammen.

Der Raiffeisenverband Südtirol nutzte den Besuch des Österreichischen Raiffeisenverbandes zum Erfahrungsaustausch. Dazu wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet. Diese tauschten sich intensiv zu den Themen Revision,  Strategie, Aus- und Weiterbildung und IPS aus.  Anschließend wurden zukünftige Handlungsfelder und Formen der Zusammenarbeit vereinbart.

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