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Raiffeisen InvestmentClub
Die Referenten begeisterten das zahlreich erschienene Publikum mit ihren spannenden Vorträgen.

Raiffeisen InvestmentClub: Wirtschaft an der Grenze

Die Auftritte zweier renommierter Referenten im Forum Brixen begeisterten die 550 Raiffeisen InvestmentClub-Mitglieder beim 19. Anlegersymposiumim: Prof. Dr. jur. Claus Kleber, Journalist und Moderator des ZDF-heute-Journals und M.Sc. Christian Rinner, Wissenschaftler und Produktmanager bei OHB System, einem der bedeutendsten Raumfahrtunternehmen Europas.

Die Referenten begeisterten das zahlreich erschienene Publikum mit ihren spannenden Vorträgen.

Dass China die aufstrebende Macht des 21. Jahrhunderts ist - mit atemberaubendem Aufschwung, boomenden Megastädten, Rekord-Investitionen und einer beachtlichen Steigerung des Wohlstands, ist bekannt. Was neu ist, skizzierte Journalist Claus Kleber in seinem Vortrag "Zwischen dem Ausstieg der USA und dem Aufstieg Chinas - wo bleibt Europa?" Am Beispiel der südpazifischen Insel Tonga zeigte Kleber die schleichende Infiltration Chinas auf, die im Jahr 2006 zu gewaltsamen Protesten der einheimischen Bevölkerung führte. "Die Weltordnung ist aus den Fugen. Wir erleben derzeit geradezu eine Umschichtung der Weltmachtrollen, deren Konstellation kaum mehr berechenbar ist", meinte Kleber kritisch. Eine entscheidende Rolle in diesem Prozess spielt US-Präsident Donald Trump, der mit seinem Amtsantritt eine komplette Kehrtwende in der amerikanischen Politik einleitete: Die USA konzentrieren sich immer mehr auf sich selbst und verabschieden sich von ihrer Rolle als Weltmacht. Währenddessen China offensiv ein globales Machtanspruchsdenken formuliert und nach dem Westen greift.

Neue Welt-Unordnung - wo bleibt Europa?

Christian Rinner, Gernot Häufler (Obmann des Raiffeisen InvestmentClubs) und Claus Kleber.
Referent Claus Kleber, Journalist und Moderator des ZDF-heute-Journals: pointierte Analyse zeichnet ihn aus.
"Raumfahrt-Tourismus bald möglich", sagt Referent Christian Rinner, Wissenschaftler und Produktmanager bei OHB System, einem der bedeutendsten Raumfahrtunternehmen Europas.

In einer pointierten Analyse beschrieb Kleber das chinesische Politsystem, das durch ein Machtmonopol der Kommunistischen Partei gekennzeichnet ist und wo Bürger mit technologischen Methoden der künstlichen Intelligenz überwacht und mit einem sozialen Punktesystem "erzogen" werden. Dahinter verbirgt sich ein Menschenbild, das konträr zu jenem der westlich-liberalen Länder steht: nicht das Individum mit seinen persönlichen Freiheitsrechten steht im Vordergrund, sondern die Gesellschaft als Ganzes, der sich jeder Einzelne unterordnen muss. 

Europa ist vom verwirrenden Kräftespiel der Mächte betroffen, etwa wenn sich die EU- und NATO-Mitglieder nur noch bedingt auf Sicherheitszusagen der USA verlassen können oder wenn transatlantische Standpunkte in wichtigen Fragen wie Klima-, Handels- und Sicherheitspolitik weiter auseinanderdriften. Während Amerika früher die Einigung Europas vorangetrieben hat, ist das Land heute eher auf die Spaltung Europas aus und freut sich, wenn die europäischen Staaten uneinig sind.
Kleber zeichnete für Europa ein düsteres, wenn auch nicht hoffnungsloses Bild: "Europa muss sich dem neuen Systemwettbewerb stellen und schauen, dass es in dieser Entwicklung nicht untergeht." In dieser neuen Weltordnung hat der Staatenbund Europa laut Kleber nur als einheitlicher Block eine Chance. Es gehe darum, dass sich ein selbstbewusstes und freiheitliches Europa im Geist seiner Grundsätze neu profiliert und als handlungsfähiger Akteur erweist. 
Kleber schloss sein Vortrag mit der kryptischen Aussage: "Alles ist möglich. Nichts ist garantiert. Wir leben in interessanten Zeiten."

Werden wir den Mond besiedeln?

Um die Raumfahrt und das Wachstum ohne Grenzen, ging es im zweiten Vortrag des Abends. Der in Latsch geborene Wissenschaftler und Raumfahrtexperte Christian Rinner beschäftigt sich beim Unternehmen OHB mit dem Bau von Satelliten 
für die Meteorologie und der Erdbeobachtung. Er beleuchtete die Entwicklung der „bemenschten“ Raumfahrt, die Energie- und Ressourcengewinnung im All und die Verlagerung von Produktionsmittel in die Erdumlaufbahn. Seit Juri Gagarin und Neil Armstrong hat sich die Raumfahrt laut Rinner nämlich stark verändert und sich von einer abenteuerlustigen Unternehmung ideologischer Politiker und narzisstischer Ingenieure zu einem nutzenorientierten Wirtschaftszweig entwickelt. Dienste aus dem All zur Telekommunikation, Navigation und Erdbeobachtung sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. So erlaubt beispielsweise die Satellitennavigation die Überwachung vom Wetter und kann vor Umweltkatastrophen zu warnen. Heute arbeitet die Raumfahrt mit Hochdruck an neuen Technologien für die Expansion des Wirkungsbereichs des Menschen über die Grenzen der Erde hinaus. Denn es mehren sich die Anzeichen, dass die Grenzen einer nachhaltigen Bewirtschaftung unseres Planeten bereits überschritten wurden. Was die Besiedelung anderer Planeten angeht, zeigte sich Rinner überzeugt: "Der Raumfahrttourismus wird bereits in 15 Jahren zu Preisen einer gehobenen Karibik-Kreuzfahrt möglich sein. Bis dahin werden wir auch den Mond recht regelmäßig bewohnen und womöglich bereits die ersten Menschen auf dem Mars und wieder zurück erlebt haben."

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