"Über die Schulter geschaut"

Ivan Waldner und Thomas von Bosio

Vizepräsident und Präsident der Genossenschaft BZHeartbeat

Vor kurzem hat sich eine Gruppe von jungen engagierten Unternehmern aus der Altstadt von Bozen zusammengeschlossen um Bozen liebens- und lebenswerter zu machen. Dazu haben sie eine Genossenschaft gegründet und ein umfassendes Programm erstellt. Raiffeisen Nachrichten hat mit dem Präsidenten der Genossenschaft BZHeartbeat Thomas von Bosio und dem Vizepräsidenten Ivan Waldner gesprochen.

Thomas von Bosio, Sie sagen, nun ist die Zeit reif dafür, dass in Bozen endlich etwas passiert. Warum braucht es die Initiative BZHeartbeat?

Thomas von Bosio: Wenn man heute mit offenen Augen durch das Zentrum von Bozen geht, dann gebe ich unserer Altstadt beim Thema Flair nur durchschnittliche Noten und das trübt die Shoppinglaune. Der Onlinehandel setzt traditionelle Standorte zunehmend unter Druck und für Kunden ist sowieso alles eins geworden. Sie möchten mit Smartphone oder Tablet bequem von zu Hause aus, auch sonntags einkaufen, gehen aber weiterhin gerne in attraktive Stadtzentren. Damit der Spannungsbogen passt, möchten wir neue Impulse setzen bei Warenangebot, Erreichbarkeit, Sauberkeit und Events. Dazu möchten wir alle wichtige Partner an einem Tisch holen: die Wirtschaftstreibenden, Mitarbeiter, Kunden, Bewohner, Künstler und kulturell Schaffende, öffentliche Institutionen der beiden Sprachgruppen. Darin sehen wir die Kernaufgäbe der Genossenschaft BZHeartbeat.

Wer sind die Mitglieder der Genossenschaft und wie möchten Sie ihre Ziele erreichen?

Thomas von Bosio: Die Genossenschaft wurde im November vergangenen Jahres gegründet. Wir sind eine relativ kleine, homogene Gruppe von rund vierzig mehr oder weniger bekannten Unternehmen aus Bozen. Sie bilden den Kern der Genossenschaft. Aber wir erweitern uns ständig und erfahren gerade einen großen Zuspruch.

Eines der Ziele von BZHeartbeat ist es das Stadtzentrum zu hegen und zu pflegen. Warum ist das notwendig?

Thomas von Bosio: Unser Motto ist: Bozen wieder lebens- und liebenswert zu machen. Wir möchten uns für die Zukunft rüsten und neue Impulse setzen. In der vergangenen Weihnachtszeit haben wir beispielsweise in Zusammenarbeit mit der SEAB, dem Verein Volontarius und dem Unternehmen Markas die Aktion "Sauberes Bozen" initiiert und drei Flüchtlinge angestellt, die mitgeholfen haben, die Altstadt von Bozen zu säubern. Das Thema Flüchtlinge ist in unserer Gesellschaft der Gegenwart eine große Herausforderung und das Integrationsproblem kann durch nützliche Arbeit stattfinden. Mit der Aktion wollten wir auch für das Thema Sauberkeit sensibilisieren.

Welche anderen Themen werden Sie angehen?

Thomas von Bosio: Öffnungszeiten, Events, Erreichbarkeit - das sind alles Themen, die wir kurzfristig angehen werden. Daneben planen wir auch mittel- und langfristig und möchten uns mit öffentlichen Institutionen in Kontakt setzen und neue Mitglieder aufnehmen.

Warum die Entscheidung für die Unternehmensform Genossenschaft?

Thomas von Bosio: Wir spiegeln das Genossenschaftsprinzip gut wider: Förderung und Interessensvertretung der Mitglieder, außerdem sind wir eine deutsch- und italienischsprachige Genossenschaft, auch das eine Tatsache, die einen einzigartigen Charakter in Bozen hat, bis jetzt.

Wie finanzieren sie sich?

Thomas von Bosio: Bis jetzt ausschließlich über Mitgliederbeiträge, die wir nach einem transparenten System berechnen, je nach Branche, Lage und Größe. Das ist auch richtig so, wieso sollte ein Unternehmer unter den Lauben weniger zahlen als einer in einer Seitenstraße? Unser erstes Logo haben wir bewusst als pulsierendes Herz dargestellt: Ein Herz kann nur pulsieren, wenn die Hauptschlagader durch Blut aus den kleinen Arterien versorgt wird. Das heißt, wir legen großen Wert auf die Seitenstraßen und Gassen dieser Stadt, wir möchten alle involvieren und niemanden ausschließen.

Herr Ivan Waldner, Sie sind der Vizepräsident der Genossenschaft BZHeartbeat. Woran werden die Boznerinnen und Bozner erkennen, das sich was ändert?

Ivan Waldner: Durch unser Tun. Jeder erwartet von uns gewisse Ergebnisse. Derzeit arbeiten wir an einen neuen Marketingplan. Wir möchten beispielsweise ungenützte Zeiten besser nutzen, das heißt auch neue, attraktive Events einführen, die nicht nur das Kommerzielle unterstreichen, sondern auch das Herz von Bozen herausstreichen. Bozen ist eine sehr schöne, liebenswürdige Stadt.

Welches waren die größten Herausforderungen bisher?

Ivan Waldner: Die größte Herausforderung war es zu starten, anzufangen wir waren nur wenige und jeder von uns hat freiwillig die eigenen Energien und die eigene Zeit für ganz Bozen eingebracht. Das ist schon eine wichtig Geste für Bozen. Wir warten nun darauf, dass mehr Mitglieder in dieser Hinsicht sensibler werden.

Thomas von Bosio: Wir wollen einfach eine gute Arbeit leisten. Und wünschen uns Kraft und Energie für unser Bestreben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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