Über die Schulter geschaut

Südtiroler Sommeliervereinigung

45-jähriges Bestehen

Ein Stimmungsbericht von Albin Thöni

Über hundert Gäste aus der Südtiroler Weinwelt, Weinkenner, Weinliebhaber und Weinexperten, daneben auch viele Freunde der Sommeliervereinigung feierten den neuen Weinführer VITAE 2018. Mit dabei die 27 Kellereien, die mit der höchsten Auszeichnung der  „Vier Reben“, also mit über 91 Punkten, ausgezeichnet worden sind.

Viel Prominenz

Die Präsidentin der Südtiroler Sommeliervereinigung Christine Mayr konnte zur Feier zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter den Präsidenten der italienischen nationalen Sommeliervereinigung Antonello Maietta, HGV-Obmann Manfred Pinzger, Bauernbundobmann und Wirtschaftsring-Präsident Leo Tiefenthaler, Obmann Max Niedermayr vom Südtiroler Weinkonsortium, Michael Oberhuber als Hausherr der Laimburg und die Skilegende Gustav Thöni. Gekommen waren auch viele bekannte Südtiroler Hoteliere und Unternehmer aus der Wirtschaft und Gesellschaft sowie etliche Ärzte und die ehemalige Chefhebamme Evi aus Sterzing: Etliche Herren aus der Weinwelt meinten im tiefen Keller, beim Anblick der Hebamme und dutzender Fässer, man könnte auch mal eine „sanfte  und schmerzfreie Geburt“ im Weinfass versuchen.  

Als Protagonisten des Abends begrüßte Chris Mayr Obmänner und bekannte Önologen der Kellereien sowie die Besitzer der Weingüter. Gekommen waren nicht nur Presseleute aus Südtirol, sondern auch aus Mailand, die extra angereist waren, um für die italienische Sommeliervereinigung die ersten Eindrücke für den im nächsten Jahr im Kurhaus von Meran stattfindenden nationalen Sommelierkongress mitzunehmen.

Premio d’eccellenza für Grafenehepaar

Nach den feurigen Gruß-und Dankesworten von Seiten der Ehrengäste, die allesamt die erfolgreiche Tätigkeit der Südtiroler Sommeliervereinigung mit der Präsidentin an der Spitze lobten – so etwa Antonello Maietta, der auf die arbeitsamen Hände und die mühsame Arbeit der Winzer in den Weinbergen einging und dabei diese arbeitsintensive Tätigkeit mit dem nötigen Ehrgeiz und dem weltweiten Erfolg von Gustav Thöni verglich –, folgte der vorläufige Höhepunkt des Abends mit der Überreichung des „premio d’eccellenza“ in Form eines „Stiefels“, das Weinland Italien symbolisierend, durch den Präsidenten der italienischen Sommeliervereinigung an das Weingut Manincor, bzw. an das Grafenehepaar Sophie und Michael Goess Enzenberg für ihr Lebenswerk.

Der premio d’eccellenza wird vom AIS Italien als Auszeichnung für einen besonderen exzellenten und Aufsehen erregenden Wein, als Bezugspunkt für die jeweilige Region, im konkreten Fall für das Weinland Südtirol, überreicht: so die anerkennenden Worte von Antonello Maietta bei der Laudatio auf das Weingut Manincor.

Michael Graf Goess Enzenberg ging in seinen Dankesworten kurz auf die Geschichte seines Weingutes ein. Ihm und seiner Frau Sophie gehe es letztendlich um das stetige Bemühen, einen Traumwein zu keltern und zu einem perfekten Wein reifen zu lassen und dies im Einklang mit der Natur, möglichst ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Sinne einer nachhaltigen, ganzheitlichen Arbeit im Weinberg und im Keller. Getragen von der Dankbarkeit für die Geschenke der Natur und der Lebenseinstellung des Grafen-Ehepaares.

Alt gediente Sommeliers geehrt

Anschließend erfolgte unter großem Applaus die Überreichung von Geschenken an altgediente Sommeliers, die sich für die Sache der Sommeliervereinigung bleibende Verdienste erworben haben, wie Erwin Blaas, Alfons Hanny und Toni Hell, die anlässlich der Gründung der Südtiroler Sommeliervereinigung vor 45 Jahren geehrt wurden. 

Es folgte nun der „Run“ in die tiefen Keller, wo die einzelnen Kellereien voller Stolz und Genugtuung ihre 34 Spitzenweine aufgeschenkt und die Gaumen der Weinliebhaber, Experten und Genießer mit ihren geradezu göttlichen Tropfen verwöhnt haben. Leider waren die zur Verfügung stehenden anderthalb Stunden für eine tiefere Verkostung  und eingehende Diskussion mit den Protagonisten der Kellereien allzu kurz oder die Zeit verging wie im Flug. Denn die hohe Qualität und die verschiedenen Weinstile erschließen sich nur dem, der die nötige Zeit dafür investiert.

Wieder zurück im großen Saal hieß nunmehr auch der „Hausherr“ Günther Pertoll, der Leiter des Landesweingutes Laimburg, die Gäste herzlich willkommen und ließ großzügig hervorragende Weine zum Menü kredenzen und zum Dessert verführte er die Gästeschar persönlich mit dem Passito Saphir 2015 aus der Burg-Selektion.

Kurz vor Mitternacht ließ es sich Günther nicht nehmen und (ver-)führte das Häuflein der letzten, tapferen „Aufrechten“ noch in den tiefsten Keller der Laimburg, wo er mit dem geheimen Schatz, dem Cuvèe COL DE REY, mit dem geheimnisvollen Namen aus den Dolomitensagen und dem Cabernet Sauvignon 1997 die Weinliebhaber verwöhnte und verführte, ganz im Sinne des Dichterfürsten und Genussmenschen Johann W. v. Goethe, der vor über 200 Jahren tiefsinnig festgestellt hat: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den ein exzellenter Wein hinterlässt, ist bleibend“!

Wohl dem, der ohne „Katarrh“ wohl behalten und fidel zu später Stunde nach Hause gekommen ist.

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