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Porträt


Franziska Bauer

Bäuerin und Verwaltungsrätin der Obstgenossenschaft Zwölfmalgreien

Seit 2012 ist Franziska Bauer Bäuerin am Gschnoferhof in Terlan. Den geerbten Hof führt sie derzeit zusammen mit ihrem Sohn Sebastian. Die gelernte Geometerin betreibt Obst- und Weinbau, einen Hofladen und bietet seit kurzem Urlaub am Bauernhof an. Von Rollenklischees hält sie nicht viel.

Als vielseitig und abwechslungsreich beschreibt Franziska Bauer ihren Alltag auf dem Gschnoferhof in Terlan. Einen typischen Tagesablauf gibt es für sie nicht: „Es braucht eine gute Planung, um alles unter einen Hut zu bekommen. Jeden Tag wird das angepackt, was ansteht. Und die Tage sind sowieso immer zu kurz“, betont Bauer, die von sich sagt, dass sie Bäuerin und Bauer in einem ist, weil sie am Hof von der Verwaltung bis zum Traktorfahren alles macht. Es ist die Vielseitigkeit, die sie in ihrem Leben glücklich macht.

Seit drei Jahren ist Franziska Bauer auch Verwaltungsrätin der Obstgenossenschaft Zwölfmalgreien und in diesem Gremium die erste Frau. Ihr Großvater war bereits Mitglied und als sie gefragt wurde, ob sie bereit wäre, im Verwaltungsrat der Genossenschaft mitzuarbeiten, hat sie relativ schnell zugesagt. Und heute ist sie froh über ihre Entscheidung: „Als Mitglied im Verwaltungsrat kann ich mitbestimmen, welchen Weg wir als Genossenschaft einschlagen werden und mitentscheiden, wenn es z.B. um Investitionen, Mitglieder- oder Personalangelegenheiten geht. Letztlich geht es darum, die beste Lösung für unsere Mitglieder zu finden“, erzählt Franziska Bauer begeistert.

Genossenschaftliches Engagement ist für sie selbstverständlich und sogar notwendig: „Das Miteinander hat einen großen Vorteil für uns alle. Im Obstbau ist es sowieso schwierig derzeit. Die Herausforderungen und Probleme von heute können wir nur mit einem gesunden Miteinander bewältigen, sonst sind wir ja Konkurrenten. Da ist es schon viel besser zusammen am Tisch zu sitzen und gemeinsame Lösungen zu finden“, ist Franziska Bauer überzeugt.

In Obstgenossenschaften sind Frauen in Funktionärsebene auch heute noch in der Minderheit: „Das war von früher her schon immer eine Männerdomäne“, weiß Franziska Bauer. Als Mitglied im Arbeitskreis für Frauen in der Führung von Genossenschaften möchte sie diese Tradition durchbrechen. Franziska Bauer möchte sich aktiv dafür einsetzen, dass Frauen genauso wie Männer ihren Platz in den Führungsgremien von Genossenschaften einnehmen und ihnen Mut zusprechen, diesen Schritt zu wagen.

Überhaupt findet sie Frauen in Führungspositionen wichtig und positiv, da sie häufig eine andere Sichtweise einbringen. Zudem appelliert sie an die Männer in Führungsgremien, Frauen eine Chance zu geben: „Denn genauso wie es fähige Männer gibt, gibt es sehr fähige Frauen.“ Daher empfiehlt sie, alle Verwaltungsräte für dieses Thema zu sensibilisieren, vor allem jene, in denen noch keine Frau tätig ist: „Wir Frauen drängen uns nicht in den Vordergrund. Wenn Männer einen Schritt nach vorne machen würden, wäre dies sehr hilfreich. Auch Männer kochen nur mit Wasser“, sagt Franziska Bauer lächelnd und meint abschließend: „Frauen müssen sich nur mehr zutrauen."

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