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Porträt


Manuela Forrer

Obmann-Stellvertreterin der Genossenschaft Coccinella

Manuela Forrer, Obmann-Stellvertreterin der Genossenschaft Coccinella, liebt ihre Arbeit, so wie viele ihrer KollegInnen der Sozialgenossenschaft Coccinella: „Wo sonst wird man umarmt, wenn man in der Früh zur Arbeit kommt?“

Seit 2001 arbeitet Manuela Forrer bei der Sozialgenossenschaft Coccinella und zählt sich zu den glücklichen Müttern, die über die Genossenschaft eine Möglichkeit gefunden haben, nach der Babypause wieder in die Arbeitswelt einzusteigen. Die Ausgangsmotivation zur Gründung der Genossenschaft Coccinella war genau diese, als sich eine Gruppe von frisch ausgebildeten Tagesmüttern im Jahr 1995 zusammenschloss, um Kleinkindbetreuung anzubieten und sich Arbeitsplätze zu schaffen.

Mittlerweile betreibt die Sozialgenossenschaft Coccinella das ganze Jahr über elf Kleinkind-Betreuungseinrichtungen in ganz Südtirol, koordiniert Tagesmütterdienste und bietet auch Ferien-Betreuung für Kinder im Sommer, Herbst und zu Fasching an. Lediglich an einzelnen Fenstertagen bleibt der Dienst geschlossen.

In allen Zweigstellen arbeiten sowohl deutsch-,  als auch italienischsprechende BetreuerInnen: „Auf diese Weise garantieren wir, dass Kinder bereits im sehr frühen Alter mit beiden Landessprachen vertraut werden“, betont Manuela Forrer.

Bei der Einschreibung legen die Familien fest, an welchen Tagen und für wie viele Stunden ihre Kinder in der Einrichtung bleiben: „Falls Kinder jedoch erst später abgeholt werden müssen, zum Beispiel in Notfällen oder bei Engpassen, kommen wir den Eltern sehr entgegen“, so die Obmann-Stellvertreterin. Diese Flexibilität wird von den Eltern sehr geschätzt.

Die Nachfrage an Kleinkind-Betreuungs-Plätzen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Dementsprechend hat die Genossenschaft ihr Angebot erweitert und betreibt nun auch Kinderhorte für Firmen und Unternehmen. Coccinella leitet heute beispielsweise den Kinderbetreuungsdienst für die Angestellten des Bozner Krankenhauses an der Claudiana und eine Einrichtung in der Nähe des Bahnhofes Brixen, die als Firmenbetreuungseinrichtung gestartet war und mittlerweile auch über eine Konvention mit der Gemeinde Brixen besucht werden kann.

Seit 1. September dieses Jahres gibt es auch in der Rittner Handwerkerzone eine Kinderbetreuungsstätte, mit Platz für vierzehn Kinder im Alter zwischen 3 Monate und 3 Jahren.

Forrer: „Die Lage der Einrichtung ist ideal, zentral für die Eltern und wunderschön für die Kinder mit großem Garten und einer wunderbare Aussicht auf den Schlern und den Rosengarten. Und wichtig: sie ist ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Sozialem, in diesem Fall der Rubner GmbH, welche die Struktur errichtet hat“, unterstreicht die Obmann-Stellvertreterin.

Die Genossenschaft hat sich seit ihrer Gründung beträchtlich weiterentwickelt: der Verwaltungsaufwand ist komplexer geworden, die Anzahl der Mitarbeitenden ist von ursprünglich 10 auf 80 angestiegen und auch die Anforderungen an das Betreuungspersonal haben sich gewandelt. Mittlerweile können nur mehr Erzieherinnen eingestellt werden, die den einjährigen Lehrgang für „Fachkräfte für Kleinkindbetreuung“ besucht haben. „Das macht es mitunter schwierig geeignetes Personal zu finden“, weiß Manuela Forrer aus Erfahrung.

Um eine gleichbleibende Betreuungsqualität zu gewährleisten, gelten in allen von Coccinella geführten Betrieben einheitliche Richtlinien und geregelte Abläufe. So sind beispielsweise der Morgenkreis, die Verabschiedung am Ende, die Jause und ein gemeinsames Mittagessen in allen Einrichtungen gleich. Auch das pädagogische Konzept gilt für die gesamte Organisation: „Für uns steht das einzelne Kind mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt“, sagt Manuela Forrer und betont: „Wir stützen uns auf unterschiedliche pädagogische Strömungen, wie beispielsweise Montessori oder Steiner, nehmen das Beste daraus und unterstützen so jedes einzelne Kind bestmöglich auf seinem Weg in die Selbständigkeit.“

Vor einem großen Problem stehen viele Eltern und besonders Alleinerziehende, wenn ihr Kind krank wird und sie es nicht in die Betreuungseinrichtung schicken können. Manuela Forrer zufolge können es sich manche gar nicht erlauben zu Hause zu bleiben, weil sie prekär beschäftigt sind. Daher gibt es aus ihrer Sicht in diesem Bereich Potential für die Zukunft: „Babysitter auf Nachfrage für erkrankte Kinder, die direkt nach Hause kommen und Eltern entlasten, könnte ein neues Angebot sein“, meint die Vizeobfrau. Insgesamt jedoch wünscht sie sich für alle Frauen, oder zumindest einem der Eltern, dass sie bezahlt zu Hause bleiben können, bis das Kind ein Jahr alt ist und meint dazu: „Weniger für das Kind, vor allem für die Eltern ist es wichtig, sonst verpassen sie, gerade im ersten Jahr so viel einzigartige Entwicklungsschritte ihrer Kinder: die ersten Schritte, das erste Mal den Löffel zum Mund führen usw. Das ist traurig für sie, weniger für das Kind.“

Viele Eltern wünschen sich heute eher die Verlängerung der Betreuungszeiten oder auch Betreuung am Samstag. Die Sozialgenossenschaft kommt diesen Nachfragen über die Zusammenarbeit mit Tagesmüttern nach, die oft bereit sind länger bzw. auch an Samstagen zu arbeiten.

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