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“Bankenwesen wichtig für die Bewältigung der Krise”

Vor kurzem fand im Raiffeisenhaus in Bozen ein Austausch mit dem Generaldirektor der italienischen Bankenvereinigung, Giovanni Sabatini, und dem Direktor der Banca d’Italia, Zweigstelle Bozen, Maurizio Cannistraro, statt.

Die Spitzenvertreter der Raiffeisenkassen, der Raiffeisen Landesbank und der Raiffeisen IPS Genossenschaft wohnten der vom Raiffeisenverband organisierten Tagung im Rahmen einer Videokonferenz bei.

v.l.: Maurizio Cannistraro, Direktor der Banca d’Italia, Zweigstelle Bozen, Herbert Von Leon, Obmann, Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes Südtirol, Giovanni Sabatini, Generaldirektor der italienischen Bankenvereinigung (ABI) bei dem digitalem Austausch-Treffen mit den Geschäftsführern und Obleuten der Südtiroler Raiffeisenkassen.

Maurizio Cannistraro beschreibt in seinen Ausführungen die aktuelle wirtschaftliche Lage: “Für die Wirtschaft Italiens sind die Folgen der Pandemie beträchtlich. Italien verzeichnet einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von über 9 Prozent. Derzeit sind zwar Anzeichen einer Entspannung erkennbar, dennoch fehlen für eine nachhaltige Erholung die Investitionen der Unternehmen und der Haushalte. Hinzu kommt die große Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie.“ Direktor Cannistraro erwähnt abschließend das laufende Verfahren bei der Banca d’Italia, um Anerkennung des Raiffeisen IPS als institutsbezogenes Sicherungssystem und zeigte sich zuversichtlich über einen baldigen Abschluss.

Maurizio Cannistraro, Direktor der Banca d’Italia, Zweigstelle Bozen
Giovanni Sabatini, Generaldirektor der italienischen Bankenvereinigung (ABI)

Giovanni Sabatini, Generaldirektor der italienischen Bankenvereinigung (ABI), betont: „Die derzeitigen Herausforderungen kann das Bankenwesen heute deutlich besser bewältigen als in der Finanzkrise von 2008. Dank des konsequenten Abbaus der notleidenden Kredite ist das italienischen Bankensystem heute stärker als damals. Der Nettowert der zahlungsunfähigen Kredite beträgt aktuell weniger als zwei Prozent des Gesamtkreditvolumens und die Eigenmittelquoten sind deutlich gestiegen.“

Eine solide Situation also, die es den italienischen Banken ermöglicht, auch in dieser schwierigen Situation Kredite zu gewähren und die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen.

Über die Herausforderungen, die der italienischen Wirtschaft bevorstehen, meinte der ABI-Generaldirektor: “Die italienische Wirtschaft ist aufgerufen, wieder zu wachsen, und zwar im Gleichschritt mit der europäischen Wirtschaft. Die Investitionen müssen angekurbelt werden, die Produktivität und die Beschäftigung müssen steigen.”

Große Chancen sieht Sabatini im Ausbau der digitalen Technologien: „In der kritischen Phase des Lockdowns hat der Bankensektor – dank der Nutzung von Smart Working – bewiesen, dass er alle notwendigen Dienste für die Unternehmen und die Familien aufrechterhalten konnte.“

„Auch bei der Umsetzung, der von der italienischen Regierung beschlossenen Maßnahmen, haben die Banken Großes geleistet. Es wurden 2,9 Mio. Anträge um Stundung, mehr als 1,1 Mio. Finanzierungsanträge mit einem Gesamtvolumen von über 84 Mrd. Euro sowie 13 Mrd. Euro an von SACE garantierte Finanzierungen innerhalb kürzester Zeit bearbeitet. Diese Zahlen bestätigen die große Bedeutung des Bankenwesens bei der Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des COVID-19-Notstands”, so Sabatini.

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