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Setzten den Spatenstich für die neue Bienenweide, im Bild von links: Andreas Weitgruber (Eigenverwaltung B.N.R. Latsch), Peter Tscholl (Imkerbund Latsch), Thomas Oberhofer (VIP), Arnold Schuler (Landesrat) und Georg Pircher (Fortinspektorat Schlanders)

Bienenweide am Latscher Sonnenberg

Am vergangenen Wochenende fiel im Rahmen eines Baumfestes der Startschuss für das Projekt „Bienenweide Latscher Sonnenberg“. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Initiative des Landes, des Forstinspektorats Schlanders, des Verbandes der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse (VIP), der Eigenverwaltung B.N.R. Latsch und des Imkerbundes Latsch.

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Setzten den Spatenstich für die neue Bienenweide, im Bild von links: Andreas Weitgruber (Eigenverwaltung B.N.R. Latsch), Peter Tscholl (Imkerbund Latsch), Thomas Oberhofer (VIP), Arnold Schuler (Landesrat) und Georg Pircher (Fortinspektorat Schlanders)

Als Bienenweide bezeichnet man Pflanzungen, die speziell Bienen aber auch anderen Insekten über spezifische Vegetationsperioden Nektar und Pollen als grundlegende Nahrungsquelle dienen.
Eine solche Bienenweide entsteht nun am Latscher Sonnenberg, wie VIP – Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse in einer Presseaussendung schreibt. Es ist ein Pilotprojekt für die aktive Errichtung von bienenfreundlichen Waldrändern, das in Zusammenarbeit zwischen der Autonomen Provinz Bozen, Forstinspektorat Schlanders, VIP – Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse, Eigenverwaltung B.N.R. Latsch und Imkerbund Latsch ins Leben gerufen wurde.

Ziel ist es, am Waldrand des Latscher Sonnenberg verschiedene, geeignete Trachtpflanzen für Bienen anzupflanzen. Berücksichtigt werden dabei Bedürfnisse der Imker wie auch die der Obstbauern im Umkreis.

1 Hektar Bienenweide

„Im Vinschgau sind zum Zeitpunkt der Apfelblüte zirka 5.000 Bienenvölker im Einsatz, um die Bestäubung der Blüten zu garantieren. Das entspricht ungefähr einem Volk pro Hektar. Während der Apfelblüte gibt es für die Bienen ein völlig ausreichendes Nahrungsangebot, doch nach der Blüte nimmt dieses rapide ab. Auch im Wald finden die Bienen zu diesem Zeitpunkt noch nicht genügend Nahrung“, erläutert Peter Tscholl, Ortsobmann des Imkerbundes Latsch. „Außerdem besteht für die Obstbauern die Notwendigkeit, nach der Blüte Pflanzenschutzmittel auszubringen, unabhängig von der Anbauweise", sagt Tscholl. Aus diesem Grund soll am Sonnenberg eine Bienenweide mit Pflanzen geschaffen werden. Hier sollen die Bienen genügend Nahrung finden, um die Zeit zwischen Apfelblüte und der Übersiedelung der Völker in höhere Lagen, wie Almen, zu überbrücken. „Für solche Projekte stellen wir gerne Grund zur Verfügung, wie in diesem Fall rund 1 Hektar am Latscher Sonnenberg", sagt Andreas Weitgruber, der Präsident der Eigenverwaltung B.N.R. Latsch. Die Eigenverwaltung ist der Grundeigentümer der zukünftigen Bienenweide.

Nachhaltig und naturnah

Der Verband der Vinschger Produzenten für Obst und Gemüse VIP unterstützt das Projekt sowohl finanziell wie ideell für die nächsten Jahre und beteiligt sich unter anderem an den Kosten für die Bepflanzung und Instandhaltung der Bienenweide. „Diese Aktion ist im Sinne unserer strategischen Ausrichtung für einen naturnahen und nachhaltigen Anbau, aber auch im Sinne der politischen Diskussion zur Ökologisierung des Lebensraumes“, erläutert Thomas Oberhofer, Obmann der VIP. „Als VIP unterstützen wir die Imker bereits mit Projekten zur Bienenköniginnen-Zucht und Bienenwanderung. Nun wollen wir als Vinschger Obstwirtschaft aktiv weitere Akzente zum Schutz der Bienen in unserem Anbaugebiet setzen“.

Um eine Bienenweide am regenarmen Latscher Sonnenberg zu errichten, ist die Wahl der passenden Pflanzen und des entsprechenden Saatgutes ausschlaggebend. Daher müssen die geeigneten Pflanzenarten gewählt werden, um dauerhaft Erfolg zu haben“, erläutert Georg Pircher, Leiter des Fortinspektorat Schlanders. „Als Forstexperten verfügen wir über das Wissen für die geeignete Bepflanzung, wobei wir auf die Erfahrungen des Umstrukturierungsprojektes Schwarzföhre am Sonnenberg zurückgreifen können.“

Die Bepflanzung am Latscher Sonnenberg wird so zusammengestellt, dass eine sowohl für die Bienen wie auch den Standort geeignete Begrünung geschaffen wird: vorwiegend mit autochthonen Arten, die keine Bewässerung benötigen. Die Begrünung wird mit zusätzlichen Blütenpflanzen für die Bienenweide versehen. Die lokalen Forstarbeiter übernehmen dabei die Pflanzung von Sträuchern und Bäumen sowie die Pflege und Nachsaat in den nächsten Jahren.

Ein wesentlicher Beitrag für den Erfolg des Projektes soll zudem die natürliche Umgestaltung der Böschungen der Schutzdämme, die sich im Gebiet der Bienenweide befinden, mit sich bringen. Mit gezielten Maßnahmen, wie das Einbringen von Humusmaterial und durch das Einbringen von Totholz und Steinen sollen Schattenbereiche entstehen, die den Erfolg sichern sollen. Die Arbeiten zur Umgestaltung wurden vom Forstinspektorat Schlanders begleitet und von Ing. Michael Pfeifer durch die Firma Mair Josef & Co. im Auftrag der Autonomen Provinz Bozen durchgeführt.

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