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Martina Frapporti: "Wir setzen uns für die Artenvielfalt und die Biodiversität in der Landwirtschaft ein."

Bioland Verband Südtirol startet Wettbewerb

Noch bis Ende November läuft der vom Bioland Verband Südtirol ausgeschriebene Wettbewerb, der Vorzeigebetriebe aus der biologischen Landwirtschaft prämiert. Dabei sollen nicht nur erfolgreiche Bioland-Betriebe sichtbarer gemacht, sondern das Bewusstsein für die 7 Bioland-Prinzipien insgesamt gestärkt werden.

Martina Frapporti: "Wir setzen uns für die Artenvielfalt und die Biodiversität in der Landwirtschaft ein."

Landwirte stellen nicht nur lebenswichtige Nahrungsmittel her, sondern kümmern sich auch um Grund und Boden. Dass es dabei um die Erhaltung der menschlichen Lebensgrundlage für die Zukunft geht, hat der Bioland Verband Südtirol erkannt und seine Ziel entsprechend ausgerichtet. Die Mitglieder der Organisation wollen Südtirols Landwirtschaft zukunftsfähig machen, sie wollen die natürliche Lebensgrundlage erhalten, ressourcenschonende Landwirtschaft betreiben und die Bevölkerung langfristig mit wertvollen Lebensmitteln versorgen.

Dass der Weg über die biologische Wirtschaftsweise führt, ist für die Bioland Bauern klar: „Nur wer die Zusammenhänge und Auswirkungen unserer biologischen Wirtschaftsweise kennt, kann wirklich einschätzen, welchen ganzheitlichen Mehrwert Bioland-Lebensmittel für uns alle haben“, steht beispielsweise in der anschaulich gestalteten Bioland-Broschüre zu den 7- Bioland-Prinzipien. Mittlerweile ist auch am Markt die Nachfrage an biologischen Lebensmitteln angestiegen.

Für Reinhard Verdorfer, Geschäftsführer des Bioland Verbandes Südtirol, ist der Wettbewerb „Bioland Leitbetriebe 2020“ auch eine Anerkennung für die geleistete Arbeit der bestehenden Betriebe.
Martina Frapporti, Landschaftsökologin und ausgebildete Bioland-Naturschutzberaterin, die seit kurzem für Bioland Verband Südtirol arbeitet.

Über den Wettbewerb „Bioland Leitbetriebe 2020“ soll nun eine größere Sichtbarkeit der Südtiroler Bioland-Betriebe erreicht werden. Reinhard Verdorfer, Geschäftsführer des Bioland Verbandes Südtirol, sieht den Wettbewerb als Anerkennung für bestehende Betriebe, die bisher hervorragende Leistungen erbracht haben und weiter: „Diese Betriebe können auch Vorbilder für viele Neumitglieder sein“, so Verdorfer. Damit kommt der Wettbewerb genau im richtigen Moment, denn in den letzten Jahren ist die Mitgliederanzahl im Bioland Verband Südtirol stark angestiegen. Mittlerweile gibt es in Südtirol 850 Bioland-Mitglieder, Tendenz steigend. Sie alle können sich noch bis Ende November zum Wettbewerb anmelden. Bewertet werden die vom Bioland Verband Südtirol ausgearbeiteten sieben Bioland-Prinzipien für die Landwirtschaft der Zukunft.

Jener Betrieb, der die meisten dieser Prinzipien in der Praxis umgesetzt hat, kann sich große Chancen beim Wettbewerb ausrechnen.

Die Biolandprinzipien sind Richtlinien für Landwirte, die dazu beitragen, dass die Landwirtschaft widerstandsfähig und ressourcenschonend wird und wertvolle Lebensmittel erzeugt. Konkret geht es um Anbau, Tierhaltung und Verarbeitung nach denen Bioland-Mitglieder und Bioland-Partner arbeiten und auf deren Einhaltung sie zusätzlich zur staatlichen Bio-Kontrolle überprüft werden.

Martina Frapporti, Landschaftsökologin und ausgebildete Bioland-Naturschutzberaterin aus Rovereto, die seit Juni bei Bioland Verband Südtirol als Vollzeit-Ökologieberaterin arbeitet, erklärt die sieben Bioland Prinzipien folgendermaßen: „Wir setzen uns für die Artenvielfalt und die Biodiversität in der Landwirtschaft ein. Dies gelingt durch das Wirtschaften im Kreislauf, Verzicht auf chemisch-synthetischen Stickstoff-Düngemitteln, Maßnahmen zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und biologischen Vielfalt bis hin zur artgerechten Tierhaltung. Nur so kann die Landwirtschaft – und hier zitiere ich unser siebtes und letztes Prinzip – den Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern“, ist Frapporti überzeugt.

Die Maßnahmen, die in den Betrieben umgesetzt sind, werden anhand quantitativer und qualitativer Kriterien bewertet. Frapporti zufolge ist die Vorbildwirkung wichtig:Ein Vorbild ist motivierend und kann auch eine Orientierungshilfe für die Umsteller sein. Es regt zu Fragen und zur Selbstreflexion an: ist das, was man macht genug?“

Wettbewerb „Bioland Leitbetriebe 2020“

Bis Ende November können sich interessierte Bioland-Betriebe melden. Die Wettbewerbs-Kommission wird im Dezember eine Vorauswahl unter den eingereichten Projekten treffen und im Jänner die ausgewählten Betriebe besuchen. Die Prämierung ist für den Februar 2020 geplant. Die Siegerbetriebe sollen im Rahmen der Vollversammlung vorgestellt werden.

Der Wettbewerb wird von der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft – Consorzio Agrario, unterstützt, die auch die Preise für den Wettbewerb bereitstellt und zwar in Form von Einkaufsgutscheinen für zusätzliche ökologische Maßnahmen im eigenen Biobetrieb wie Einsaaten, Nistplätze, Insektenhotels. Die Wettbewerbsgewinner erhalten zudem ein eigenes Hofschild „Bioland-Leitbetrieb 2020“.

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