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Die diesjährige Südtiroler Obstbautagung findet aufgrund erstmals online statt.

Obstbautagung: Der Apfelmarkt im Zentrum

Der Apfelmarkt und Corona, Green Deal und die Farm to Fork Strategie sowie der Gewässerschutz bilden die zentralen Themen der 68. Südtiroler Obstbautagung. Diese findet am 14. Jänner 2021 von 16 bis 19 Uhr online statt. Die Vorträge können im Live Stream über die Webseite www.absolventenverein.it mitverfolgt werden.

Die diesjährige Südtiroler Obstbautagung findet aufgrund erstmals online statt.

Nach der Begrüßung durch Stefan Pircher, Obmann des Vereins der Absolventen Landwirtschaftlicher Schulen (ALS), und der Eröffnung durch Landesrat Arnold Schuler, stehen die Fachreferate an.

Helwig Schwartau, Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI), Hamburg:

Europa im Umbruch – wie reagiert der Apfelmarkt auf Corona, dem Wunsch nach Regionalität und der Umstellung auf Clubsorten bzw. Bio-Ware?

Die Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben und damit auch die europäische Apfelwirtschaft in den kommenden Monaten noch in Atem halten. Nach dem Hype im März/April 2020 haben sich die Apfeleinkäufe zwar wieder weitgehend normalisiert, es gibt aber grundsätzliche Veränderungen im Verbraucherverhalten. Das Thema Nachhaltigkeit und der Wunsch nach einer gesunden Ernährung haben zugenommen. Dies spricht für mehr Regionalität oder einem Mehrabsatz bei Bio-Produkten. So werden sich die globalen Warenströme weiter verändern und die Überseeware in Europa zunehmend einen schweren Stand haben. Bei Bio-Äpfeln wächst die europäische Produktion schneller als der Konsum, führt die Umstellungswelle in eine Sackgasse? Die Clubsorten schwimmen weiterhin auf einer Erfolgswelle, der Verdrängungswettbewerb wird durch die Vielzahl der Marken aber härter.

Herbert Dorfmann, EU-Parlamentarier:

Green Deal und Farm to Fork strategy: Europäische Zukunftsvisionen für unseren Apfelanbau?

Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Europa, der „Green Deal“ ist das zentrale Element der derzeitigen Europäischen Kommission. Dies erfasst alle Bereiche der Politik. Für die Landwirtschaft sind die Ideen der Kommission in der „Farm to Fork“ Strategie zusammengefasst. Die Idee, die Nachhaltigkeit der gesamten Nahrungsmittelkette vom Bauer bis zum Konsumenten zu hinterfragen ist richtig. Leider bleibt die Strategie aber sehr bei der Landwirtschaft hängen und behandelt nicht ausreichend die Verantwortung des Konsumenten, dessen Kaufentscheidungen aber wesentlich sind für die gesamte Kette. Für den Apfelanbau ist der Versuch, Ernährung in Europa nachhaltiger und gesünder zu machen, ohne Zweifel eine Chance. Die angestrebten Reduktionsziele beim Pflanzenschutz, in der Düngung, im Wasserverbrauch und die angepeilte Erhöhung des Bioanbaus sind aber Herausforderungen für den Anbau. Diese werden wohl nur mit neuen Technologien und hohen Investitionen in Forschung, Entwicklung, Weiterbildung und Beratung angegangen werden können.

Markus Knoll, Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau und Gerd Innerebner, Versuchszentrum Laimburg:

Sprüher-Reinigung und Gewässerschutz– wie beides gelingen kann

Die Sprühgerätereinigung kann ein Risiko für die Belastung der Gewässer mit Pflanzenschutzmittel darstellen. Die Referenten Markus Knoll vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau und Gerd Innerebner vom Versuchszentrum Laimburg beleuchten in ihren Ausführungen die Situation in Südtirol und thematisieren kurz die zukünftigen Herausforderungen. Sogenannte punktuelle Verunreinigungen, ausgelöst unter anderem durch die Reinigung des Sprühgerätes, werden zu einem relativ hohen Prozentsatz für die Belastung der Gewässer mit Pflanzenschutzmittel verantwortlich gemacht. Deshalb wurde bereits 2018 ein vom europäischen Landwirtschaftsfond unterstütztes Projekt gestartet. Angesichts der bisherigen Erkenntnisse und der erarbeiteten Vorschläge erklären die Referenten, wie die Sprühgerätereinigung mit geleichzeitigem Gewässerschutz gelingen kann.

Die Obstbautagung kann über die Webseite www.absolventenverein.it mitverfolgt werden

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