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"Der perfekte Tag ist für mich, wenn ich am Ende des Tages sagen kann: ja dieser Tag hat sich gelohnt."

Slatco Sterzenbach: Der perfekte Tag

"Die meisten Menschen wissen genau, was sie nicht wollen, haben aber keine Vorstellung von dem, was sie wirklich wollen." Der Autor, Motivations- und Mentaltrainer Slatco Sterzenbach zeigte vor kurzem im Seminar der Bildungsabteilung des Raiffeisenverbandes Südtirol, worauf es bei der Gestaltung eines perfekten Tages ankommt.

"Der perfekte Tag ist für mich, wenn ich am Ende des Tages sagen kann: ja dieser Tag hat sich gelohnt."

"Für mich sind es die wiederkehrenden Gewohnheiten, die ich in meinen Alltag integriere: ich nehme mir morgens Zeit zu meditieren, weil ich gelernt habe, dass dies die Achtsamkeit für das hier und jetzt steigert und hilft, den Focus im Innen zu haben. Immer mache ich mir auch bewusst, warum ich das mache, was ich tue und überlege mir, welches die vier wichtigsten Dinge sind, die ich heute tun werde, bezüglich meiner persönlichen, beruflichen, emotionalen, geistigen und physischen Weiterentwicklung. Schließlich ist auch Sport fast immer ein Teil meines Tages - das ist mein Lebenselixier, mein Energieengel."

Was suchen Menschen, die zu Ihnen ins Seminar kommen?

Bei den Einsteiger- Seminar wie "Der perfekte Tag" geht es um Aspekte wie Bewegung, Ernährung, Entspannung. Oder um Fragen, wie jemand zu mehr Energie kommt, effizienter trainieren, erfolgreich Fett reduzieren oder effizient entspannen kann. Im Seminar Change als Chance kommen eher Menschen, die sich verändern möchten, beruflich, emotional oder in Bezug auf die Partnerschaft und sich fragen, wo möchte ich noch hin in meinem Leben?

Dabei geht es immer um das Umwandeln von negativen in bestärkende Glaubensätze und um die Entwicklung einer persönlichen Vision. Meine These ist, dass die meisten Menschen genau wissen, was sie nicht wollen, haben aber keine Vorstellung von dem, was sie wirklich wollen.

Warum ist das so?

Einerseits legen wir unseren Fokus auf das Negative, auch um Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Dieses Grundmuster wurde durch die Schule oder Uni verstärkt, indem wir jeweils Feedback über das bekommen, was nicht funktioniert. Bauernregeln sind ebenfalls ein gutes Beispiel für negative Glaubenssätze: "Nur der frühe Vogel fängt den Wurm." Oder "Du musst hart arbeiten um erfolgreich zu sein."

Meine Erfahrung ist - und ich habe viele erfolgreiche Menschen coachen dürfen, die richtig Spaß hatten mit dem was sie getan haben - also für mich darf sich Leben leicht anfühlen, dann mach ich es automatisch besser. Viele nehmen für ihre Vision, einen Weg in Kauf, der ihnen keine Freude macht. Und wenn du den Weg nicht genießt, wirst du das Endergebnis hassen. Übergeordnet geht es in meinen Seminaren also darum, wie Menschen ganzheitlich erfolgreich sind.

Wie sind Sie persönlich zu dieser Überzeugung gelangt?

Ich habe früher als Krankenpfleger auf der Station für chronisch kranke Menschen nahe am Tod gearbeitet und immer wieder den Satz gehört "Wenn ich wieder jung wäre, würde ich einiges anders machen." Für mich war das ein Punkt zu sagen, irgendetwas läuft da schief. Die meisten reflektieren das zu spät.

Heute sehe ich es als meine Mission, Menschen einen Spiegel vorzuhalten und durchaus provokant zu fragen: schau mal, was du da tust, ist es das, wo du am Ende deines Lebens sagen wirst ja, das wars?

Seminar: "Der perfekte Tag", am 26. Mai 2017 im Hotel Eberle, Bozen.

Erfahrungsgemäß kommen nur Menschen zu mir, die sich wirklich verändern wollen. Hier bekommen sie die Techniken beigebracht wie Veränderung schnell geht. Das spannende ist, dass die äußere Veränderung nur geht, wenn die innere Veränderung vorangegangen ist und das ist das, was ich als Mentaltransformer mache.

Sie haben schon so vieles im Leben erreicht, bleiben da noch Ziele?

Ja, schon, es gibt so eine Vision: Ich wünsche mir, dass es in den Schulen das Fach Meditation gibt. Weil ich den Satz von Dalai Lama mag, der sagt: wenn wir der jetzigen Generation Meditation beibringen würden, würde es in der nächsten Generation keinen Krieg mehr geben. Und da steckt ganz viel Wahrheit drin. Wenn wir meditieren fühlen wir uns. Und wenn wir mit einer gewissen Intensität meditieren, merken wir, dass alles in uns ist. Wir lernen wahrnehmen, ohne zu bewerten. Und wenn wir aufhören zu bewerten, entwickeln wir keine negativen Gefühle mehr und können entspannter sein, wenn jemand anders ist oder wenn sich Dinge verändern.

Ernährung Bewegung, Konzentrationsübungen. Was macht letztlich den Unterschied im Leben aus?

Ich finde, das lässt sich alles in einem Begriff zusammenfassen: Achtsamkeit. Sich zu fragen: ist das, was ich gerade esse, trinke oder tue, etwas, das mir gut tut?

Beispiel: es gibt eine erfolgreiche Methode, um Rauchern das Rauchen abzugewöhnen: man lässt sie bei jedem Schritt, den sie tun, eine Minute lang innehalten. Also: sie wollen rauchen, sie nehmen die Schachtel - eine Minute warten - dann machen sie die Packung auf - eine Minute warten - dann nehmen sie die Zigarette raus - eine Minute warten.... Was dabei passiert ist, dass viele Menschen denken, irgendwie ist das schon ein Quatsch, was ich da gerade mache. Und das ist eine wichtige Erkenntnis.

Auch beim Rauchen gibt es zahlreiche unbewusste Glaubenssätze, wie "Rauchen entspannt mich." - aber das kann ich mit Atmung auch und da brauche ich keine giftigen Inhaltsstoffe dazu.

Woran erkennt man also einen perfekten Tag?

Für mich ist das, wenn ich am Ende des Tages sagen kann: ja dieser Tag hat sich gelohnt. Dazu gebe ich den Teilnehmern eine Reihe von Fragen mit auf den Weg:

  • 1. Wofür bin ich heute dankbar?
  • 2. Was habe ich mir heute Schönes gegönnt? Oder was habe ich mir Gutes getan?
  • 3. Hatte ich heute Spaß? Habe ich heute schon gelacht?
  • 4. Habe ich etwas getan was diesen Planeten ein bisschen besser macht?
  • 5. Habe ich mich heute in irgendeiner Weise weiterentwickelt? (beruflich, privat, emotional)

Der erste Schritt dorthin?

Sich hinsetzen und atmen, um diesen internen Fokus zu bekommen. Wahrnehmen, was ist. Das ist die Quelle.

Slatco Sterzenbach studiert nach der Ausbildung als Krankenpfleger, Lehramt Sport und Germanistik (abgebrochen im letzten Semster), schließt anschließend das Diplomstudium Sport ab und arbeitet nebenbei als Fitnesstrainer. Unter anderem war er einer der ersten Master-Instructor Europas für das SPINNING®-Programm

Seit 1987 betreut er als Personaltrainer Menschen bei Marathon-Läufen. Die Anfrage einer Firma ein Fitnessprogramm für Mitarbeiter auszuarbeiten, war der Eintritt in die Trainer-Speaker-Branche. Seit 2007 ist Sterzenbach hauptberuflich 100 bis 110 Tage im Jahr in Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen und Größen als Vortragender und Coach unterwegs.

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