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Kultur
von links: Landtagsabgeordneter Josef Noggler, Direktor der Raiffeisenkasse Laas Josef Ruffa, Geschäftsführende Amtsdirektorin für das Amt Bibliothek und Lesen Marion Gamper, Preisträgerin Angela Lehner, Jurorin Gabriele Wild, Bürgermeister Andreas Tappeiner, Gemeindereferentin Verena Tröger

Franz-Tumler-Literaturpreis: Laas als Zentrum der jungen Literatur

Die Raiffeisenkasse Laas unterstützte auch heuer die Durchführung des Franz-Tumler-Literaturpreises.

von links: Landtagsabgeordneter Josef Noggler, Direktor der Raiffeisenkasse Laas Josef Ruffa, Geschäftsführende Amtsdirektorin für das Amt Bibliothek und Lesen Marion Gamper, Preisträgerin Angela Lehner, Jurorin Gabriele Wild, Bürgermeister Andreas Tappeiner, Gemeindereferentin Verena Tröger

Bereits zum siebten Mal drehte sich in Laas alles um die Literatur, fünf Debütromane waren für den mit 8.000 Euro dotierten und von der Südtiroler Landesregierung gestifteten Franz-Tumler-Literaturpreis vorgeschlagen. Die Lesungen, Jurydiskussionen und die Preisverleihung zogen sehr viele Interessierte an. Büchersäulen und Zitate aus den Texten schmückten das Marmordorf, die Initiative der Kaufleute von Laas rückte die Aufmerksamkeit auf die Vinschger Literaturveranstaltung.

Die Jury zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität der Romane, prämierte aber schlussendlich „Vater unser“ der jungen österreichischen Autorin Angela Lehner mit dem Preisgeld und einem Lese- und Schreibaufenthalt im Marmordorf Laas. Über den Publikumspreis freute sich die deutsche Schriftstellerin Lola Randl, ihr Roman „Der Große Garten“ kam bei der Leserschaft am besten an.

Franz-Tumler-Literaturpreis 2019: Jurybegründung 

Der Franz-Tumler-Literaturpreis geht an einen Roman, der frech, dynamisch und komplex ist, aber auch unterhaltsam, spannend und von hohem literarischem Niveau. Ein vielstimmiger Roman, dessen Reiz nicht nur die Vielschichtigkeit der Hauptfigur ausmacht, sondern auch mit viel Eigenwilligkeit das Genre des Psychiatrieromans bricht.  


Mit der Figur der Eva Gruber wurde eine unzuverlässige Erzählerin geschaffen, die nicht nur ihre Therapeuten und ihre eigene Familie verunsichert, sondern genauso die Leserin und den Leser. Lustvoll erzählt, führt uns Angela Lehner in ihrem Roman „Vater unser“ mit dieser Figur permanent auf falsche Fährten. Somit verweigert sich der Roman, und auch das ist durchaus reizvoll, einer einfachen Deutung.  


Eva Gruber, so wird nach mehrmaliger Lektüre deutlich, ist eine starke Frauenfigur, die alles andere als klischeehaft handelt und sich dem bloßen Erdulden verwehrt. Auf der anderen Seite ist sie eine Figur, die durch ein eigenes Trauma geprägt ist. Ohne moralischen Fingerzeig spricht die Autorin darüber hinaus eine Reihe von Tabus an, etwa Magersucht, Depression und Selbstmord, dies alles auch vor dem Hintergrund eines katholisch geprägten gesellschaftlichen Umfeldes.  


Nicht nur der Wechsel zwischen Situationskomik und poetischen sowie nachdenklichen Stimmungen, sondern auch (irr)witzige Dialoge sind in seiner sprachlichen Gestaltung hervorzuheben.  Alle fünf Texte zeugen von einem hohen literarischen Niveau und wurden von der Jury als durchaus preiswürdig erachtet.       

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