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Zahlreiche Südtiroler Fernheizwerke kaufen ihr Holz nach den Verwüstungen durch „Vaia“ fast ausschließlich bei Südtiroler Landwirten und viele von ihnen richteten zusätzliche Lagerplätze ein, um das Holz unterzubringen.

Fernheizwerke unterstützen Bauern

Sturmtief „Vaia“ und die Folgen: Die Südtiroler Biomassefernheizwerke helfen Südtiroler Bauern – und nehmen dafür erhebliche Zusatzkosten in Kauf

Zahlreiche Südtiroler Fernheizwerke kaufen ihr Holz nach den Verwüstungen durch „Vaia“ fast ausschließlich bei Südtiroler Landwirten und viele von ihnen richteten zusätzliche Lagerplätze ein, um das Holz unterzubringen.

Nach dem Sturmtief „Vaia“ im Oktober 2019 haben die 80 Südtiroler Fernheizwerke große Anstrengungen unternommen und erhebliche Zusatzkosten in Kauf genommen, um Südtiroler Bauern in dieser Notlage zu helfen. Das Fernheizwerk Ritten kauft sein Holz nach den Verwüstungen durch „Vaia“ fast ausschließlich bei Südtiroler Landwirten (Karerpass, Ritten) und nimmt den Bauern weiter Holz ab – obwohl das eigene Lager schon längst ausgelastet ist. Vor „Vaia“ hat das Fernheizwerk Toblach-Innichen jährlich 15.000 Schüttraummeter (srm) von einheimischen Bauern gekauft, 2020 waren es 45.000 srm bei einem Gesamtverbrauch von 140.000 srm. In Toblach ist das Holzlager ebenso zu 100 Prozent gefüllt wie beim Fernheizwerk Welsberg-Niederdorf, das sich in den umliegenden Wäldern mit Holz versorgt.

Viele Fernheizwerke richteten zusätzliche Lagerplätze ein, um das Holz unterzubringen. Das aufgrund des Windwurfs – zusätzlich zu den bereits abgeschlossenen Lieferverträgen – von den einheimischen Bauern abgenommene Holz liegt heute noch in diesen Depots, wurde aber bereits bezahlt. Das Fernheizwerk Ulten erwirbt 80 Prozent des Holzbedarfs bei Bauern aus dem eigenen Tal, das Heizwerk in Sarnthein kauft fast das gesamte Holz im Sarntal, wobei viele lokale Bauern Mitglieder des genossenschaftlichen Heizwerks sind. SEV-Präsident Hanspeter Fuchs: „Ohne die große Unterstützung aus den Fernheizwerken wären die Rahmenbedingungen für die Bauern sehr viel schlechter als sie es derzeit immer noch sind“.

Der Südtiroler Energieverband hat den Bereich der Biomassefernheizwerke in Südtirol im Rahmen einer sozioökonomischen Studie vom Politecnico in Mailand untersuchen lassen. Demnach stammen 66 Prozent der verbrauchten Biomasse aus Südtirol und 34 Prozent aus dem Ausland oder aus anderen italienischen Regionen. 2017 betrug der durchschnittliche Transportweg der Biomasse nur 58,6 Kilometer. Der jährliche Gesamtverbrauch in allen 80 Südtiroler Biomassefernheizwerken beträgt zirka 1,5 Millionen Schüttraummeter.

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