"Ich arbeite in einer Genossenschaft"

Lisa Mazza und Simone Mair

Obfrau und Obfrau-Stellvertreterin

Lisa Mazza, Simone Mair und Elisabetta Rattalino haben vor rund einem Jahr die Genossenschaft BAU gegründet und damit ihrer Leidenschaft einen soliden Rahmen gegeben. Ihr Ziel ist es, internationale Künstlerinnen nach Südtirol einzuladen und in Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen und öffentliche Einrichtungen Kunstprojekte zu organisieren. Nicht nur.

Was im Jahr 2015 als kultureller Verein der Kuratorinnen Filipa Ramos, Lisa Mazza und Simone Mair gestartet war, ist jetzt ein eigenständiges Unternehmen im Kulturbereich. Derzeit bereiten Lisa Mazza und Simone Mair eine Ausstellung für das Museion in Bozen vor, die ab diesem Sommer zu sehen sein wird. Lisa Mazza ist die Obfrau der Genossenschaft BAU und beschreibt das Tätigkeitsfeld der Kulturorganisation folgendermaßen: „Wir bieten kulturelle Dienstleistungen für private Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und suchen jeweils Künstlerinnen und Künstler, um mit ihnen gemeinsam Projekte realisieren zu können.“ Immer geht es um Kunstprojekte, die auf Fragen der Gegenwart reagieren, … „wo Natur und Kultur verbunden gedacht werden und der Mensch mit seiner Umgebung in einem ökologischen Kreislauf verstanden wird. Die Arbeitsweise von BAU zielt dabei immer auf den respektvollen, gleichberechtigten Wissensaustausch auf Augenhöhe.“ – wie auf der Homepage von der Genossenschaft BAU zu lesen ist.

Derzeit bereiten die beiden Kuratorinnen eine Ausstellung vor, die ab Sommer im Museion zu sehen sein wird.

Die Entscheidung für die Unternehmensform Genossenschaft fiel den Kuratorinnen leicht: Die Unternehmensform gibt ihnen ein Stück mehr Sicherheit. Lisa Mazza betont im Interview: „Für uns war es eine große Motivation das kleine Projekt BAU, das schon vorher bestand als Kulturverein, in eine nächste Phase zu bringen, zu wachsen und zu überlegen, wie man nachhaltig Kulturarbeit machen und auch davon leben kann.“ Mittlerweile konnte BAU schon zahlreiche spannende Projekte realisieren.

Simone Mair nennt als gelungenes Beispiel das Projekt mit der Obstgenossenschaft Juval, die bei der Errichtung des neuen Besucher-Parcours, auf die Arbeit der Kuratorinnen zurückgegriffen hat. Simone Mair: „Für dieses Projekt haben wir Ingrid Hora eingeladen, eine lokale Künstlerin aus dem Passeier Tal, die in Berlin lebt.“ Beim Lokalaugenschein zeigte sich die Künstlerin sofort begeistert von der riesigen Sortieranlage, wo in 40, 50 langen Wasserbahnen Äpfel nach Größe Farbe und Makellosigkeit sortiert werden.“ Die Künstlerin hat das visuelle Bild der Wasserbahnen verstärkt und daraus ein fiktives Schwimmbad gemacht, inklusive nummerierten Bahnen, Einstiegsleiter, Rettungsring und Sprungbrett.

Der Winzer Josephus Mayr, vom Erbhof Mayr-Unterganzner in Kardaun, hat sich hingegen auf die künstlerische Auseinandersetzung mit Emma Smith eingelassen. Einer Künstlerin aus England, die 2016 auf Einladung von BAU nach Südtirol für eine Künstler-Residenz gekommen war. Lisa Mazza: „Angetan von Südtirols Landschaft hat sich Emma Smith die Frage gestellt, wie ein Territorium schmeckt.“ Daraus ist dann die Idee entstanden, einen besonderen Wein zu produzieren, der in der Produktion versucht ortsfremde Materialien weitestgehend zu vermeiden. Den Part des Winzers hat Josephus Mayr übernommen. Am Projekt beteiligt waren jedoch auch Geologen, Förster, Meteorologen und Weinexperten. Der aus dem Projekt entstandene Wein „Terratorium“ ist wiederum als Kunstobjekt im Museion verkauft worden. Für Mayr eine bereichernde Erfahrung, die er nicht missen möchte: „Wir haben sehr viel gelernt durch das Projekt“.

Lisa Mazza unterstreicht: „Uns ist es immer sehr wichtig, dass ein Teil des Ergebnisses wieder zurück in das Kulturfeld kommt.“ Und das war spätestens dann der Fall, als 250 Weinflaschen mit von der Künstlerin gestalteten Etiketten und Verpackung als Kunstwerke im Museion präsentiert und verkauft wurden.

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