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Starke Mitgliedschaft

Was macht aus einer Bank eine Genossenschaftsbank? Menschen, die ihre Bank nutzen, mittragen und mitgestalten. Der Abend „Starke Genossenschaftsbanken“ rückte die Mitgliedschaft als Fundament der Südtiroler Raiffeisenkassen in den Mittelpunkt und zeigte, welches Potenzial sie birgt – gerade mit Blick auf die nächste Generation.

Dabeisein oder dazugehören – zwischen diesen beiden Begriffen liegt mehr als ein sprachlicher Unterschied. Kundinnen und Kunden nehmen Bankleistungen in Anspruch. Als Mitglieder jedoch sind sie gleichsam Teilhaberinnen und Teilhaber einer Genossenschaft und können deren Entwicklung mitbestimmen. Wie aber lässt sich diese besondere Verbindung stärker ins Bewusstsein rücken? Und was bewegt junge Menschen dazu, Mitglied zu werden? Diesen Fragen widmete sich die Veranstaltung „Starke Mitgliedschaft. Starke Genossenschaftsbanken“ für die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Südtiroler Raiffeisenkassen. 

„Denn Gemeinschaft ist der Kern unserer Raiffeisenkassen.“

 Dies betonte Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbandes, gleich zu Beginn.

Die beiden Hauptreferenten beleuchteten die Chancen der Mitgliedschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Andreas Fella, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Main-Spessart, nahm die Teilnehmenden mit in seinen Bankalltag. Rund 80 Prozent der Kundinnen und Kunden seiner Raiffeisenbank sind zugleich Mitglieder. Dahinter steht eine klare Vision: 

„Jeder Kunde ist Mitglied und jedes Mitglied ist Kunde!“ 

Anhand zahlreicher Beispiele veranschaulichte Fella, wie seine Bank den Mehrwert der Mitgliedschaft im Alltag erlebbar macht und damit die Verbundenheit der Mitglieder ungemein stärkt.

„Zugehörigkeit“ – ein Begriff, um den sich die Welt der jungen Generation dreht, so Sebastian Schäfer von Brand Trust: Was erwartet sie von ihrer Bank, und wie lässt sie sich für die Mitgliedschaft gewinnen? Viele junge Menschen möchten ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen, doch häufig fehlt ihnen das nötige Wissen. Hier können die Raiffeisenkassen ansetzen: Sie können Orientierung geben, Finanzwissen vermitteln und zugleich verdeutlichen, was eine Genossenschaftsbank auszeichnet. Denn der Wunsch, dazuzugehören und selbst etwas bewegen zu können, findet in der Mitgliedschaft eine konkrete Entsprechung: mitreden, mitbestimmen und die eigene Bank mitgestalten. Oder, wie der Markenexperte unterstrich:

 „Wer dazugehört, bleibt“. 

Wie sich die Mitgliedschaft in Südtirol entwickelt, erläuterte Christian Tanner, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes. Er unterstrich die Bedeutung der Mitglieder als Fundament der Raiffeisenkassen und erinnerte an den bereits in Artikel 1 des Statuts verankerten Auftrag, sie zu fördern: 

„Es gilt, diesen Auftrag auch in einem spürbaren Mehrwert für unsere Mitglieder widerzuspiegeln.“

Die Zahlen zeigen eine erfreuliche Entwicklung, machen aber auch Handlungsbedarf deutlich: Die Mitgliederzahl wächst, ebenso der Frauenanteil. Zugleich steigt das Durchschnittsalter, während junge Menschen in der Mitgliederbasis deutlich schwächer vertreten sind. Die nächste Generation für die Genossenschaft zu gewinnen und aktiv einzubinden, wird damit zu einer zentralen Zukunftsaufgabe.

Wie dies gelingen kann, vertieften Esther Kammerer, Mitglied der Geschäftsleitung der Raiffeisenkasse Eisacktal, Markus Walter Moriggl, Direktor der Raiffeisenkasse Obervinschgau, und Philipp Oberrauch, Obmann der Raiffeisenkasse Überetsch, in der anschließenden Gesprächsrunde. Sie diskutierten, was Menschen zum Beitritt bewegt, wie sich die Vorteile einer Mitgliedschaft verständlich vermitteln lassen und wodurch eine Verbundenheit entsteht, die über einzelne Bankgeschäfte hinausreicht.

Zum Abschluss führte Tanner die Impulse des Abends in einen konkreten Auftrag zusammen: Jede Raiffeisenkasse ist gefordert, ihre eigene Situation zu betrachten, Möglichkeiten auszuloten und die nächsten Schritte zu setzen. Denn starke Genossenschaftsbanken leben von Menschen, die sich zugehörig fühlen, mitreden und gemeinsam Verantwortung übernehmen.