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Raiffeisen InvestmentClub U30: „Dein Depot ist kein Zufall – Psychologie, KI und warum du selbst entscheiden musst“

Mit der Veranstaltung am 16. September im NOI Techpark in Bozen brachte der Raiffeisen InvestmentClub junge Erwachsene mit Finanz- und KI-Experten zusammen. Der Schweizer KI-Experte Roger Basler de Roca und der unabhängige Aktienanalyst und Finanzcoach Christof von Wenzl verrieten den 100 Interessierten wie Geldanlage zwischen KI, Finfluencern und schnellen Entscheidungen gelingen kann.

Investieren war noch nie so einfach zugänglich wie heute. Neobroker, Finanz-Apps, Social Media und Künstliche Intelligenz liefern Informationen und Anlagemöglichkeiten praktisch rund um die Uhr. Doch macht das gute Finanzentscheidungen einfacher? Die Antwort lieferten die beiden Referenten des Raiffeisen InvestmentClubs bei der gestrigen Veranstaltung speziell für junge Erwachsene im NOI Techpark in Bozen.

Unter dem Titel „Dein Depot ist kein Zufall – Psychologie, KI und warum du selbst entscheiden musst“ beleuchteten KI-Experte Roger Basler de Roca sowie Finanzcoach Christof von Wenzl aus dem Ahrntal das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Während Basler de Roca zeigte, was Künstliche Intelligenz leisten kann und wo ihre Grenzen liegen, richtete von Wenzl den Blick auf Börse, Anlagepsychologie und langfristigen Vermögensaufbau.

KI kann unterstützen – aber nicht die Verantwortung übernehmen

Der Digitalunternehmer und KI-Experte Roger Basler de Roca begleitet seit vielen Jahren die Entwicklung von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz und plädierte in seinem Vortrag dafür, die Technologie weder zu über- noch zu unterschätzen: „Bei KI spricht man immer von künstlicher „Intelligenz“, doch genau das ist nicht richtig. KI kann große Datenmengen verarbeiten, Informationen strukturieren und bei der Recherche unterstützen. Sie liefert damit Werkzeuge, die auch für Finanzentscheidungen zunehmend relevant werden. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass KI und Suchmaschinen nicht auf das ganze Internet zugreifen, sondern nur auf Bruchteile, und da wiederum auf viele gesponsorte Inhalte“, betont Basler de Roca und empfiehlt einen CRAP Fact Check, der die Belegbarkeit der Inhalte prüft. Technologie bleibt für ihn somit ein Sparringpartner, der Mensch sollte die Oberhand behalten.

Basler de Roca machte deutlich, dass ein kompetenter Umgang mit KI mehr verlangt, als lediglich die richtigen Prompts einzugeben. Wer die neue digitale Realität verstehen will, müsse auch wissen, wie Algorithmen funktionieren, wie Ergebnisse zustande kommen und wo die Grenzen der Technologie liegen.

Christof von Wenzl sieht in der KI Chance und Risiko zugleich: „Künstliche Intelligenz ist ein gutes Werkzeug, um Informationen und Daten zu beschaffen. Zum Risiko wird KI aber, wenn ich das Denken abgebe und unreflektiert etwas übernehme. Entscheiden muss ich selbst.“

An die jungen Anlegerinnen und Anleger gerichtet hob Christof von Wenzl ihren entscheidenden Vorteil beim Investieren hervor: „Wer früh beginnt, sich mit Geldanlage auseinanderzusetzen, verfügt über Zeit, die sich später nicht mehr nachholen lässt“, so von Wenzl. Gerade angesichts des demografischen Wandels werde private Vorsorge für die jüngere Generation zunehmend wichtiger.

Gleichzeitig warnte von Wenzl davor, den heute so einfachen Zugang zur Börse mit einfachem Anlageerfolg gleichzusetzen. Besonders skeptisch sollten junge Anlegerinnen und Anleger bei Versprechen von schnellen und außergewöhnlich hohen Gewinnen werden. Von Wenzls Grundsatz: „Anlegen ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“

Gelassener investieren, statt jedem Trend hinterherzulaufen

Neben Wissen spielt beim Investieren die eigene Psychologie eine entscheidende Rolle. Gerade die ständige Verfügbarkeit von Kursen, Nachrichten und Meinungen kann dazu verleiten, vorschnell zu handeln. Von Wenzl empfahl deshalb, den eigenen Medien- und Social-Media-Konsum bewusst zu reduzieren, finanzielle Entscheidungen in einem Investmenttagebuch festzuhalten und klare Anlageziele zu definieren. Wer auf dieser Grundlage einen Plan und eigene Regeln entwickle, könne auch in unruhigen Marktphasen gelassener reagieren.

Fazit: Technologie kann den Zugang zu Wissen erleichtern, jeder Nutzer und jede Nutzerin muss jedoch selbst mitdenken, aktiv entscheiden und die Verantwortung für die Ergebnisse tragen. Junge Anlegende profieren davon, dass sie ein langes Zeitfenster haben, das sie gut nutzen sollten. 

Seit 26 Jahren bietet der Raiffeisen InvestmentClub seinen Mitgliedern solides Basiswissen zu Finanzen und Geldanlage sowie aktuelle Marktinformationen. Mit den Veranstaltungen für junge Erwachsene richtet sich der Raiffeisen InvestmentClub gezielt an die nächste Generation von Anlegerinnen und Anlegern.