Vollversammlung des Landesverbandes der Eigenverwaltungen

Mit der Wiederwahl des Präsidenten Oswald Angerer und des gesamten Verwaltungsrates endete am 30. April die zweite Vollversammlung des Landesverbandes der Eigenverwaltungen B.N.G. im Raiffeisen Pavillon in Bozen. Dabei wurden auch die Webseite www.fraktion.it und das neue Logo des Landesverbandes vorgestellt.

Oswald Angerer ist der alte und neue Präsident des Landesverbandes der Eigenverwaltungen, der vor zwei Jahren gegründet wurde und heute südtirolweit 64 Mitglieder zählt. Bei der Jahresversammlung am 30. April im Raiffeisenhaus in Bozen wurde auch die Buchprüferin Carmen Zwick in ihrem Amt bestätigt.

Der Verwaltungsrat des Landesverbandes wurde ebenfalls neu bestellt. Er besteht aus neun Mitgliedern: Wie der Präsident wurde auch Franz Troger als Vize-Präsident einstimmig wiedergewählt. Julia Mayr bleibt Vertreterin des Südtiroler Bauernbundes, Armin Plangg und Andreas Weitgruber werden in den nächsten drei Jahren den Bezirk Vinschgau, Martin Bachmann, Erwald Anton Kaiser und Klaus Graber den Bezirk Pustertal sowie Walter Spechtenhauser den Bezirk Burggrafenamt im Landesverband vertreten.

Präsident Oswald Angerer stellte die Schwerpunkte der nächsten Legislatur vor: Erhalt und Stärkung der Eigenverwaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Überarbeitung der gesetzlichen Grundlagen, Schulung der Sekretäre, der Präsidenten und der Mitglieder von Verwaltungskomitees und nicht zuletzt eine finanzielle Unterstützung von Seiten des Landes für den Landesverband der Eigenverwaltungen. Bislang finanziert sich der Verband ausschließlich über die Mitgliedsbeiträge.

Angerer bedankte sich bei Vize-Regionalratspräsident Sepp Noggler und dem Landtagsabgeordneten Manfred Vallazza für ihre Unterstützung, beim Obmann des Raiffeisenverbandes Herbert Von Leon und beim Landesobmann des Südtiroler Bauernbundes Leo Tiefenthaler für die Begleitung in der Gründungsphase des Landesverbandes. Anwesend war auch Andreas Schatzer, Präsident des Gemeindenverbandes, den Angerer als große Schwester und Vorbild des Landesverbandes der Eigenverwaltungen bezeichnete.

Einen Gruß richtete Oswald Angerer an den Präsidenten und den Geschäftsführer des Trientner Landesverbandes, Roberto Giovannini und Robert Brugger. Giovannini wünschte sich in seinen Grußworten weiterhin gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Landesverbänden. Es sei notwendig, Synergien zu nutzen und gemeinsam an Themen zu arbeiten: beispielsweise bei der Versicherung, beim Schutz der Eigenverwaltungen oder beim Ausarbeiten eines gemeinsames Verwaltungsprogramms.

Egon Mutschlechner, Geschäftsführer des Landesverbandes, legte den Jahresabschluss 2021 vor. In diesem Zuge stellte er auch die Webseite des Landesverbandes vor, die unter www.fraktion.it abrufbar ist, und das Logo des Landesverbandes. Es spiegelt die vier Elemente der Eigenverwaltungen wider: Forst- und Waldflächen, Wasser und Gewässernutzung, Almen und Wiesen sowie Parzellen, Flächen, Grund und Boden. Egon Mutschlechner rief die angeschlossenen Eigenverwaltungen dazu auf, dieses Logo künftig ebenso zu verwenden.

Zum Landesverband

Eigenverwaltungen verwalten nicht teilbares und nur in Ausnahmefällen veräußerbares Gemeinschaftseigentum, d.h. v.a. von Wäldern, Wiesen und Almen, die den Einwohnern vor Ort gehören. Wer seit mindestens vier Jahren in einem Ort ansässig ist, ist Teil dieser Eigentümergemeinschaft.

Insgesamt gibt es in Südtirol 116 Eigenverwaltungen, sie werden von einem Verwaltungsrat mit Präsidenten geführt. Diese Eigenverwaltungen werden direkt von den jeweiligen Nutzungsberechtigten gewählt. In weiteren 70 Ortschaften werden die bürgerlichen Nutzungsrechte von den jeweiligen Gemeinden verwaltet.

Vor zwei Jahren wurde der Landesverband der Eigenverwaltungen B.N.G. Südtirols gegründet, er zählt inzwischen 64 Mitglieder, Tendenz steigend.

Rund 25 Prozent der Wälder und zehn Prozent der Almen Südtirols sind im Grundbuch mit Bürgerlichen Nutzungsrechten belastet und werden von der ansässigen Bevölkerung über diese Rechte genutzt. Trotzdem sind sie der Öffentlichkeit wenig bekannt. Das soll sich nun ändern. Die Gründung des Landesverbandes war der erste Schritt in diese Richtung: Ziel des Verbandes ist, die Tätigkeit der Fraktionsverwaltungen zu koordinieren und die Zusammenarbeit untereinander zu stärken, als Ansprechpartner für rechtliche und verwaltungstechnische Fragen zur Verfügung zu stehen, die Interessen zu bündeln und ihnen dadurch mehr Gewicht zu verleihen. So sollen Eigenverwaltungen mehr Sichtbarkeit bekommen und Bedeutung und Vorteile der Gemeinschaftsnutzungsrechte besser kommuniziert werden. Der Landesverband will auch dafür sorgen, dass die bürgerlichen Nutzungsrechte fortbestehen und den Bedürfnissen der Bürger gerecht werden.