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Ein Leben für die Gemeinschaft: Norbert Bertignoll im Podcast

Manager, Vereinsmensch, Genossenschafter – und vor allem jemand, der sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement für andere einsetzt: In der aktuellen Folge des Podcasts „Nah dran gehen“ spricht Norbert Bertignoll über Motivation, Verantwortung und die Herausforderungen im Sozialbereich. Ein Gespräch über Haltung, Handschlagqualität und den Wert des Miteinanders.

Norbert Bertignoll im aktuellen Podcast: Bertignoll ist eine prägende Persönlichkeit im Südtiroler Sozial- und Genossenschaftswesen. Ob im Haus Unterland, im Seniorenbereich oder im Vereinsleben – sein Einsatz zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Er ist u.a. Präsident der Genossenschaft Haus Unterland in Neumarkt, Ideator und Präsident der Kaufgenossenschaft Emporium, war lange  Vorsitzender des Verbandes der Seniorenwohnheime und Präsident des Seniorenwohnheimes „Griesfeld“. 

 

 

Engagement als Lebensaufgabe

Seine Motivation beschreibt er klar: „Für die Mitmenschen da sein, wenn der Schuh drückt.“ Es gehe darum, zuzuhören, Lösungen zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Dabei blieb auch er natürlich nicht von Enttäuschungen in seinem jahrelangen und vielfältigen Engagement verschont. Für Bertignoll hat ein gegebenes Wort denselben Wert wie ein Vertrag – eine Haltung, die heute nicht mehr selbstverständlich sei. Dennoch habe ihn gerade die Dankbarkeit vieler Menschen immer wieder bestärkt, weiterzumachen.

Wandel im Sozialbereich

Einen großen Teil seines Wirkens widmete Bertignoll den Seniorenwohnheimen. Er erlebte den Wandel von eher geschlossenen Einrichtungen hin zu offenen, transparenten Strukturen. Gleichzeitig seien die Anforderungen deutlich gestiegen: komplexere Krankheitsbilder, insbesondere Demenz, sowie zunehmender Personalmangel stellen das System vor große Herausforderungen.

Vom richtigen Umgang mit Demenz

Ein zentrales Anliegen ist ihm ein neuer gesellschaftlicher Umgang mit Demenz. Diese solle nicht in erster Linie als Krankheit gesehen werden, sondern als Beeinträchtigung, die ein Umdenken im Miteinander erfordert. Mit dem geplanten Demenzzentrum „Haus Inge“ möchte er genau hier ansetzen: Familien unterstützen, Wissen vermitteln und Betroffene möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld begleiten.

Generationen verbinden, Gesellschaft stärken

Neben seiner Tätigkeit im Sozialbereich setzt Bertignoll auch auf Projekte, die Generationen zusammenbringen. Mit dem „Charly‘s Puppentheater“ etwa schafft er Begegnungen zwischen Kindern und Senioren – mit oft berührender Wirkung. Erinnerungen werden wach, Emotionen geteilt, Gemeinschaft erlebbar gemacht.

Senioren häufig nur ein "Kostenfaktor"

Kritisch sieht er hingegen die Rolle älterer Menschen in der heutigen Gesellschaft. Zu oft würden sie als Kostenfaktor betrachtet, statt ihre Erfahrung aktiv einzubinden. Dabei liege gerade darin ein großes Potenzial. Mehr Zeit, mehr Wertschätzung und neue Formen der Teilhabe seien notwendig, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Für Norbert Bertignoll ist sein Engagement keine außergewöhnliche Leistung, sondern eine Selbstverständlichkeit: ein Beitrag für eine Gesellschaft, in der Verantwortung füreinander zählt. Seine Botschaft ist klar – und aktueller denn je.