In diesen bisher fünf Jahren des Förderpreises konnten an rund 15 Frauen in verschiedenen Kategorien Preisgelder von insgesamt über 20.000 Euro verliehen werden. Über 60 Kandidatinnen haben sich in diesem Zeitraum für den Förderpreis beworben. Für die Initiativgruppe, die aus einer losen Gruppe an fünf Privatpersonen besteht, eine beträchtliche Leistung.
Mit dem Förderpreis möchten sie Frauen, welche in Südtirol als Pionierinnen einer zukunftsfähigen bäuerlichen Landwirtschaft multifunktional tätig sind, und als Innovatorinnen des ländlichen Raumes wirken, ins Rampenlicht stellen. Vielfalt, nicht Monokulturen, birgt das Potenzial sowohl von Stabilität als auch von Wandel - sei es auf betrieblicher oder auch gesellschaftlicher Ebene - weil es neue Kombinationen und Lösungen ermöglicht. Sie zeigen, wie sie in ihrer landwirtschaftlichen Arbeit verschiedene Bereiche integrieren und neue Kombinationen und Lösungen erzielen. Sie wirken im Bereich der Produktinnovation und der Innovation von Vermarktungswegen. Sie verbinden Kultur, Soziales und Gesundheit mit landwirtschaftlicher Tätigkeit und beleben ländliche Räume mit ihren Angeboten. Sie leisten auch Beiträge zur Landschaftsökologie und zeigen, dass Landwirtschaft und der ländliche Raum viel kreatives Potenzial bergen.
Förderpreis Agitu Ideo Gudeta geht an Sabine Schrott, Felderhof, Uttenheim
Die Promotorinnen des Preises Martina Schullian, Susanne Elsen, Alessandra Piccoli, Monika Gross und Marion Maier haben in den vergangenen Monaten die eingegangenen Bewerbungen gesichtet und entschieden den Förderpreis Agitu Ideo Gudeta 2026 an Sabine Schrott vom Felderhof in Uttenheim im Pustertal zu verleihen.
„Sabine Schrott ist eines der überzeugendsten Beispiele für die Verbindung einer vielfältigen zertifiziert biologischen Landwirtschaft von der Erhaltung und Verbreitung lokalen Saatgutes über die Kultivierung von 400 samenfester Sorten, die Züchtung von Jungpflanzen bis hin zur Direktvermarktung und der solidarischen Hühner- und Ziegenzucht mit der Kombination der vielfältigsten nicht landwirtschaftlichen Aktivitäten wie Urlaub auf dem Bauernhof. Sabine Schrott vom Felderhof auf 1450 Metern Höhe hat große Verdienste in der Erhaltung des immateriellen und materiellen Kulturerbes. Sie wirkt in der Landschaftsökologie und kämpft für die Anerkennung lokalen, angepassten Saatgutes als Gemeingut, eine zentrale Frage landwirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit und Unabhängigkeit von der transnationalen Agroindustrie. Sabine ist in internationaler politischer und wissenschaftlicher Vernetzung für dieses wichtige Anliegen tätig. Sie wurde von einem Kreis von Menschen, die ihr Engagement bewundern, vorgeschlagen.“, heißt es in der Bewertung der Jury.
Der Gewinnerin wurde ein Preis in der Höhe von 2.500 Euro zugesprochen, der von der Raika Bozen Ethical Banking zur Verfügung gestellt wurde.
Spezialpreis 2026 für Margareth Kaserer, Aspmayrhof, Ritten
Die Jury hat weiters einen Spezialpreis in der Höhe von 1.000 Euro an Margareth Kaserer aus Unterwangen am Ritten verliehen. „Als Künstlerin und Landwirtin hat Margareth Kaserer auf dem Aspmayrhof diese beiden Bereiche in produktiver Weise verbunden und unter dem Namen „Hotel Amazonas“ auf ihrem Hof ein lebendiges Zentrum der Kunst und Kultur geschaffen. Margreth Kaserer hat bisher zahlreiche öffentliche Kunst- und Kulturveranstaltungen in den Bereichen Literatur, bildende Kunst und Performance organisiert. Sie beherbergt u.a. internationale Künstler und Künstlerinnen in Residence. Damit leistet sie einen wertvollen Beitrag für die innovative und nachhaltigen Entwicklung ihres ländlichen Umfeldes.“ begründet die Jury ihre Entscheidung.
Auszeichnungen für Lisa Maria Kager (Eppan) und Sonja Proserpio (Mals)
Zwei weitere Kandidatinnen wurden mit einer Auszeichnung überrascht: Lisa Maria Kager vom Hof des Wandels in Eppan und Sonja Proserpio vom Greilhof in Mals. Beide erhielten dafür jeweils 500 Euro.
Lisa Maria Kager und ihr Mann, beide Quereinsteiger, geben sich an ihrem Hof mit dem programmatischen Namen Hof des Wandels nicht damit zufrieden, nur ökologisch zu wirtschaften, sondern haben sich die regenerative Landwirtschaft, den Humusaufbau aber auch den Bewusstseinswandel ihres Umfeldes zur Aufgabe gemacht. In ihren Augen könnten wir den Klimawandel stoppen, wenn wir die Landwirtschaft weltweit bewusst, verantwortlich und mit regenerativen Methoden betreiben würden. Lisa Maria versucht ihre Vision auch in Bildungsangeboten zu vermitteln,
Sonja Proserpio vom Greilhof in Mals, hat mit viel Geduld, Fachwissen, Zeit und Kraft einen frühmittelalterlichen Hof samt romanischer Kirche und brachliegenden Wiesen, Weiden und Anbauflächen mit ihrem Mann nach Jahrzehnten wieder zum Leben erweckt hat. Sonja Proserpio als gelernte Landvermesserin hat ihre Begeisterung für historische Gebäude in angewandte Denkmalpflege investiert und sich in nachhaltiger Landwirtschaft und Tierhaltung qualifiziert. Heute leitet sie den historischen Greilhof. Was hier geschaffen wurde, ist ein einzigartiger Ort und ein wertvoller Beitrag zum materiellen und immateriellen Kulturerbe des Landes
Ein ökosoziales Netzwerk von Pionierinnen
Neben der Verleihung der Auszeichnungen ist es den Promotorinnen des Förderpreises ein Anliegen ein Netzwerk zwischen landwirtschaftlichen Innovatorinnen, die in der Tradition von Agitu Ideo Gudeta wirken, zu schaffen. Wir möchten so den Kontakt zu den Preisträgerinnen halten und das Netzwerk „Agitu Ideo Gudeta“ weiter vergrößern. Im Rahmen der Verleihung wurden alle Kandidatinnen und ihre Tätigkeiten kurz vorgestellt.
Die Preise werden von der Raiffeisenkasse Bozen Ethical Banking sowie mehreren privaten Gönnern und Gönnerinnen zur Verfügung gestellt.
