Am jeweils ersten Samstag im Juli wird weltweit der Internationale Tag der Genossenschaften begangen, um an die Bedeutung zu erinnern, die genossenschaftliche Unternehmen für den wirtschaftlichen Erfolg, den sozialen Zusammenhalt und die nachhaltige Entwicklung von Gemeinschaften haben. Das diesjährige Motto lautet „Genossenschaften für eine friedliche Welt“.
Genossenschaften zeigen seit Generationen, dass gemeinsames Handeln konkrete Verbesserungen für Menschen und Regionen schaffen kann. Sie ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, Bäuerinnen und Bauern, Familien, Unternehmen und Gemeinden, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen und Chancen aktiv zu nutzen.
„Genossenschaften sind ein funktionierendes Instrument, denn sie verbinden wirtschaftliche Stärke mit gesellschaftlicher Verantwortung und schaffen dort Lösungen, wo Einzelne an Grenzen stoßen würden“, betont Herbert Von Leon, der Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol, der 367 Genossenschaften und Körperschaften mit rund 200.000 Einzelmitgliedern vereint.
Wie viel eine Genossenschaft für eine Gemeinschaft bewirken kann, zeigt sich exemplarisch an Konsumgenossenschaften. Mit der Gründung einer Konsumgenossenschaft entstand beispielsweise in Gargazon ein neuer Treffpunkt und Ort der Begegnung – damit ist das Geschäft weit mehr als ein Nahversorger: es stärkt periphere Gebiete und sichert die Nahversorgung, schafft Begegnungsräume und fördern den sozialen Zusammenhalt.
Genossenschaften übernehmen vielfältige Aufgaben. In der Landwirtschaft ermöglichen sie den Bäuerinnen und Bauern, sich auf ihre Höfe und die Produktion zu konzentrieren, während Vermarktung, Verarbeitung und Vertrieb gemeinschaftlich organisiert werden. Dadurch entstehen Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsperspektiven für die heimische Landwirtschaft.
Vor allem im Sozialbereich leisten Genossenschaften einen unverzichtbaren Beitrag, übernehmen doch Sozialgenossenschaften Dienstleistungen und Aufgaben, die von der öffentlichen Hand allein oft nicht im notwendigen Umfang erbracht werden können. Sie begleiten Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und tragen dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Auch junge Menschen entdecken das Genossenschaftsmodell für sich. Schülergenossenschaften vermitteln unternehmerisches Denken, Eigenverantwortung und die Erfahrung, gemeinsam Projekte erfolgreich umzusetzen. Damit lernen Jugendliche früh, wie Kooperation und wirtschaftliches Handeln miteinander verbunden werden können.
Neue Bedeutung gewinnen Genossenschaften zudem im Energiebereich. Energiegemeinschaften ermöglichen es ihren Mitgliedern, erneuerbare Energie gemeinsam zu erzeugen und von günstigerem Strom zu profitieren. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur regionalen Wertschöpfung.
Nicht zuletzt tragen auch die Genossenschaftsbanken wie die Raiffeisenkassen wesentlich zur Entwicklung der Regionen bei. Sie fördern lokale Wertschöpfungskreisläufe, begleiten Familien und Unternehmen und investieren dort, wo die Menschen leben und arbeiten.
Der Internationale Tag der Genossenschaften macht deutlich: Genossenschaften sind weit mehr als eine Unternehmensform. Sie sind Ausdruck von Verantwortung, Solidarität und gemeinschaftlichem Handeln. Sie schaffen wirtschaftlichen Erfolg, stärken den sozialen Zusammenhalt und verbessern die Lebensqualität vieler Menschen.
Oder anders gesagt: Ohne Genossenschaften wäre unsere Welt ärmer – wirtschaftlich, gesellschaftlich und menschlich.
