Die Delegierten der Bergmilch Südtirol haben heute im Rahmen der ordentlichen Vollversammlung stellvertretend für alle Mitglieder mit der erforderlichen Mehrheit für die Fusion mit dem Milchhof Brixen gestimmt. Am Nachmittag wurde der Zusammenschluss der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Zahlen der neuen gemeinsamen Einheit sind beeindruckend: Rund 3.100 Mitgliedsbetriebe in ganz Südtirol, etwa 750 Mitarbeitende sowie eine jährliche Milchanlieferungsmenge von rund 275 Millionen Kilogramm Milch werden künftig unter einem Dach vereint. Das Produktspektrum reicht von Trinkmilch, Joghurt und Käse bis hin zu Mascarpone, Butter, Mozzarella und Ricotta. Damit deckt der neue Milchhof Südtirol praktisch das gesamte Sortiment an Milchprodukten ab. Dies war auch der Tenor der Pressekonferenz: „Ausgangspunkt ist ein Vollsortiment, das sich ideal ergänzt.“
Vorgestellt wurde das neue Unternehmen von den Obmännern Joachim Reinalter (Bergmilch Südtirol) und Klaus Faller (Milchhof Brixen), den Geschäftsführern Matthias Baumgartner (Bergmilch Südtirol) und Martin Mair (Milchhof Brixen), der Direktorin des Raiffeisenverbandes Südtirol Annemarie Kaser sowie Landesrat für Landwirtschaft Luis Walcher.
Walcher betonte, dass die Fusion die besten Voraussetzungen schaffe, um Südtiroler Qualitätsmilchprodukte künftig noch wirkungsvoller zu vermarkten: „Im Mittelpunkt steht ein gemeinsamer Auftritt, in dem künftig alle Kräfte gebündelt werden können.“
Beide Milchhöfe seien bereits heute innovationsstark aufgestellt. Ziel sei es nun, das Vollsortiment weiter auszubauen und neue Marktpotenziale zu erschließen. Bereits heute werden Produkte in rund 30 Länder weltweit exportiert – künftig könnten weitere Märkte hinzukommen.
Die Verantwortlichen unterstrichen mehrfach, dass der Zusammenschluss von Beginn an transparent kommuniziert worden sei. Die Fusion sei nie überstürzt worden, vielmehr habe man den Weg gemeinsam mit den Mitgliedern entwickelt. Klaus Faller erinnerte daran: „Das konkrete Fusionsprojekt ist zwar vor eineinhalb Jahren gestartet, doch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Milchhöfen besteht bereits deutlich länger.“
Joachim Reinalter sprach von einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“: „Wir treten geschlossen und gleichberechtigt auf.“ Die Fusion sei von allen Beteiligten gewollt gewesen und ohne Zeitdruck vorbereitet worden.
Gleichzeitig verwiesen die Verantwortlichen auf die großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Bereits heute liege ein gemeinsames Zukunftsbild bis 2032 vor. Themen wie internationaler Wettbewerbsdruck, volatile Märkte, Fachkräftemangel und hohe Investitionskosten würden die Branche zunehmend prägen. Gemeinsam wolle man diesen Herausforderungen mit gebündelter Kompetenz, zusätzlicher Innovationskraft und größerer wirtschaftlicher Stärke begegnen.
