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Pustertaler Saatbau: Gute Erntequalität, schwieriger Markt

Rund 5.600 Tonnen Kartoffeln wurden heuer im Pustertal geerntet. Bei der Vollversammlung der Pustertaler Saatbaugenossenschaft am 23. Oktober standen neben der diesjährigen Erntebilanz und den Auszahlungspreisen für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/26 auch Neuwahlen, eine Ehrung und das 80-jährige Bestehen im Mittelpunkt.

Obmann Anton Mairhofer begrüßte die Mitglieder und Ehrengäste zur Vollversammlung der Pustertaler Saatbaugenossenschaftin Bruneck. Die Genossenschaft, die heuer ihr 80-jähriges Bestehen feiert, blickte auf ein wirtschaftlich eher schwieriges Geschäftsjahr 2025/26 zurück. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung des Kartoffelmarktes, die Auszahlungspreise an die Bauern, aber auch die ersten Ergebnisse der heurigen Ernte. 

Zur Vollversammlung konnte  Mairhofer neben den Mitgliedern eine Reihe von Ehrenmitgliedern begrüßen, so unter anderem Andreas Kraus vom Landesamt für Obst- und Weinbau, Andreas Kompatscher vom Landwirtschaftsinspektorat Bruneck, Thomas Weissensteiner vom Raiffeisenverband sowie den Ehrenobmann Anton Kronbichler.

80 Jahre Pustertaler Saatbau

Die Genossenschaft feiert heuer ihr 80-jähriges Bestehen. Sie wurde 1946 mit 470 Mitgliedern gegründet und hat sich seither zu einem wichtigen Partner der Pustertaler Bauern entwickelt. Neben der Vermarktung unterstützt sie ihre Mitglieder auch bei der Anbauplanung, Sortenwahl und Qualitätskontrolle.

Obmann Anton Mairhofer im Amt bestätigt

Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Verwaltungsrat in seiner Zusammensetzung bestätigt. Obmann bleibt Anton Mairhofer aus Gais, sein Stellvertreter ist weiterhin Matthias Falkensteiner aus Ehrenburg. Dem Verwaltungsrat gehören außerdem Artur Aichner, Markus Huber, Matthias Huber, Johann Mair, Daniel Mairvongrosspeinten, Walter Regele und Karl Schuster an.

Direktor Hanspeter Felder geehrt

Eine besondere Ehrung gab es für Direktor Hanspeter Felder: Für seinen 20-jährigen Einsatz für die Genossenschaft wurde ihm als Dank und Anerkennung ein Geschenk überreicht. Obmann Anton Mairhofer dankte ihm für seinen bisherigen Einsatz für die Saatbau und die Mitglieder quittierten dies mit einem kräftigen Applaus.

Obmann Mairhofer verwies bei der Vollversammlung unter anderem auf die Bedeutung der gemeinsamen genossenschaftlichen Vermarktung für die Pustertaler Bauern. Direktor Hanspeter Felder stellte anschließend den Lagebericht über das Geschäftsjahr 2025/26 vor. Die Genossenschaft zählte zum Bilanzstichtag am 30. Juni 2026 insgesamt 109 Mitglieder. Davon hatten 77 einen Anbau- und Liefervertrag für Kartoffeln abgeschlossen.

Große Ernte, niedrige Preise

Das Geschäftsjahr 2025/26 war hingegen von einer außergewöhnlich großen Kartoffelernte und schwierigen Marktbedingungen geprägt. Über 6.000 Tonnen wurden 2025 angeliefert. Europaweit führten die hohen Erträge jedoch zu einer Überproduktion und einem starken Preisverfall. Teilweise mussten Kartoffeln sogar vernichtet werden. „Es hat zu Beginn der Saison sehr, sehr schlecht ausgeschaut“, sagte Felder. Dennoch sei es gelungen, einen akzeptablen Auszahlungspreis zu erzielen. Im Durchschnitt erhielten die Bauern rund 44 Cent je Kilogramm Kartoffeln. Der Hektarerlös lag bei 15.823 Euro, gegenüber 21.511 Euro im Jahr zuvor. Damit blieb er aber über dem langjährigen Durchschnitt von rund 15.000 Euro.

Gute Qualität trotz Hitze

Inzwischen ist auch die heurige Kartoffelernte abgeschlossen. Auf rund 165 Hektar wurden etwa 5.600 Tonnen Erdäpfel geerntet. Das sind weniger als im Rekordjahr 2025. „Die Kartoffeln sind qualitativ gut, auch wenn sie heuer etwas kleiner ausgefallen sind“, erklärte Felder. Der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer habe das Wachstum gebremst und die Ernte um rund zwei Wochen verzögert. Von Vorteil seien die vergleichsweise kühlen Nächte im Pustertal gewesen. Für die heurige Ernte zeichnet sich eine etwas bessere Marktlage ab als im Vorjahr. Die Preise für Speisekartoffeln haben sich erholt. Wie sich die Preise für Saatkartoffeln entwickeln, wird sich erst im November zeigen.

Rohnen, Salat und Getreide.

Neben Kartoffeln bauen die Mitglieder der Saatbau auch Rohnen, verschiedene Salate und Getreide an. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden knapp 1.500 Tonnen Rohnen angeliefert. Trotz niedrigerer Auszahlungspreise stieg der durchschnittliche Hektarerlös auf rund 14.325 Euro. Heuer fiel die Rohnenernte mit etwa 1.200 Tonnen geringer aus. Gut entwickelte sich dagegen der Getreideanbau. Rund 240 Tonnen Roggen und Dinkel wurden angeliefert und über das Projekt Regiokorn vermarktet. Der Anbau verschiedener Kulturen ist auch für die Fruchtfolge wichtig, da Kartoffeln auf derselben Fläche nur alle vier Jahre angebaut werden können.

Mehr Kartoffelverarbeitung geplant

Für die kommenden Jahre plant die Saatbau einen weiteren Ausbau der Kartoffelverarbeitung. Dazu soll das alte Lager in Rasen beim Dolomitenhof umgebaut werden. Derzeit werden in Bruneck unter anderem geschälte rohe Kartoffeln für Krankenhäuser und Gastbetriebe, gekochte und vakuumierte Kartoffeln sowie der Pusterer Kartoffelsalat hergestellt. „Diese Produkte kommen bei der Gastronomie und bei Großküchen sehr gut an“, sagte Felder. Die Nachfrage steige, weshalb die Genossenschaft diesen Bereich weiterentwickeln möchte. Auch die Verarbeitung von Rohnen sowie der Anbau von Karotten, Zwiebeln und Sellerie sind angedacht. Damit will die Saatbau zusätzliche Absatzmöglichkeiten für ihre Mitglieder schaffen.