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Raiffeisen über Grenzen hinweg: Austausch mit dem Burgenland

Wie ist das Raiffeisen- und Genossenschaftswesen in Südtirol organisiert? Welche Rolle spielt das institutionelle Sicherungssystem und vor welchen Herausforderungen stehen regionale Banken? Darüber informierte sich eine 18-köpfige Delegation der Raiffeisen Landesbank Burgenland und des Revisionsverbandes bei einem Besuch in Bozen.

Am 2. Oktober war eine Delegation von Funktionärinnen und Funktionären der Raiffeisen Landesbank Burgenland und des Revisionsverbandes zu Gast beim Raiffeisenverband Südtirol. Verbandsobmann Herbert Von Leon begrüßte die Gäste und unterstrich die Bedeutung des Austausches innerhalb der Raiffeisenorganisation.

Der Besuch erfolgt auf Initiative von Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes DI Erwin TINHOF, CSE mit dem Ziel sich über das Südtiroler Genossenschaftssystem und insbesondere über die Organisation der Raiffeisen-Geldorganisation auszutauschen: „Die Kontakte von Österreich zu Südtirol waren immer schon eng und werden auch in Zukunft genauso eng bleiben. Die Kooperation zwischen Südtiroler und Österreichischem Raiffeisenverband ist eine sehr fruchtbare und gegenseitig bereichernde und deshalb möchten wir diese auch vertiefen.“ 

Einen Einblick in die Besonderheiten des Südtiroler Genossenschaftswesens gab Andreas Mair am Tinkhof, Leiter des Bereichs Banken im Raiffeisenverband Südtirol. „Der Verband zählt 367 Mitgliedsunternehmen aus unterschiedlichen Bereichen – von Banken über Landwirtschaft, Energie und Wasser bis hin zu Dienstleistungen sowie Sozial- und Non-Profit-Genossenschaften. Neben seiner Funktion als Interessenvertretung ist der Raiffeisenverband anerkannter Prüfungsverband und Dienstleister und Berater seiner Mitgliedsgenossenschaften“, erläuterte er. 

39 Raiffeisenkassen und ihr eigenes Sicherungssystem

Besonders interessant für die Gäste aus Österreich war die Südtiroler Raiffeisen-Geldorganisation. Der Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Südtirol Simon Ladurner stellte aktuelle Perspektiven und Herausforderungen für regionale Banken vor. Dabei ging es auch um Veränderungen, die regionale Banken derzeit beschäftigen: steigenden Wettbewerbsdruck, Konsolidierung im Bankensektor, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie den demografischen Wandel. 

Mirco Mauloni, Direktor des Raiffeisen Südtirol IPS, sprach anschließend über das institutionelle Sicherungssystem. Dem Verbund gehören die 39 Raiffeisenkassen, die Raiffeisen Landesbank Südtirol sowie die RK Leasing an. Anders als bei einem Bankenkonzern bleiben die Mitglieder für ihre eigene Geschäftsführung und unternehmerische Tätigkeit verantwortlich. 

Gerade dieser Südtiroler Weg bot Stoff für die anschließende Diskussion und den Vergleich mit den Strukturen im Burgenland.

Nach dem fachlichen Austausch im Raiffeisenverband wurde das Treffen bei einem gemeinsamen Mittagessen fortgesetzt.