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Raiffeisenverband und Dachverband verstärken Zusammenarbeit

Ein neues Einvernehmensprotokoll schafft den Rahmen für einen regelmäßigen Austausch und gemeinsame Initiativen: Der Raiffeisenverband Südtirol und der Dachverband für Soziales und Gesundheit KDS wollen künftig enger zusammenarbeiten.


Am 13. Oktober unterzeichneten die beiden Verbände in Bozen ein Einvernehmensprotokoll. Ziel ist es, die Kompetenzen zu bündeln, Synergien zu nutzen und die Interessen der Mitglieder beider Verbände noch wirksamer zu vertreten.

Soziales und Gesundheit auf der einen Seite, Genossenschaftswesen auf der anderen: Die Tätigkeitsfelder sind unterschiedlich. Trotzdem gibt es vieles, was die beiden Verbände verbindet. Beide vertreten die Interessen ihrer Mitglieder, beraten und begleiten sie. Dahinter steht ein ähnlicher Grundgedanke: Gemeinsam lassen sich Anliegen oft besser voranbringen als allein. „Wir kommen aus unterschiedlichen Bereichen, aber es gibt viele Gemeinsamkeiten“, sagt Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol. „Beide Verbände leben davon, dass Menschen sich zusammenschließen, um mehr zu erreichen. Es liegt deshalb nahe, dass wir uns stärker austauschen und dort zusammenarbeiten, wo es für beide Seiten Sinn macht.“

Mehr Austausch, kürzere Wege

Das Einvernehmensprotokoll sieht einen regelmäßigen Austausch zu fachlichen und rechtlichen Entwicklungen und zu Themen vor, die beide Seiten betreffen. Gemeinsame Initiativen sind auch bei der Interessenvertretung, bei Informationsveranstaltungen oder in der Weiterbildung möglich. Einmal im Jahr wollen sich die Verbände zusammensetzen, Schwerpunkte besprechen und Bilanz über die Zusammenarbeit ziehen. Was davon konkret umgesetzt wird, entscheiden beide Verbände je nach Thema und Bedarf.

Roberta Rigamonti, Präsidentin des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit KDS, sieht in der engeren Zusammenarbeit vor allem Chancen für die Mitgliedsorganisationen:  „Es gibt viele Themen, wo wir vom Wissen des anderen profitieren können. Gemeinsam können wir die Anliegen der Betroffenen noch wirkungsvoller in Gremien, Arbeitsgruppen und politische Entscheidungsprozesse einbringen. Zudem schaffen wir für unsere Mitgliedsorganisationen einen direkten Zugang zu ergänzenden Beratungsstrukturen, um das Ehrenamt und die soziale Arbeit vor Ort nachhaltig zu stärken und zu entlasten.“ Gerade bei verschiedenen Leistungen können sich die Verbände gegenseitig ergänzen und ihre Mitglieder bei Bedarf auf die jeweiligen Angebote verweisen.

„Nicht jeder muss alles selbst anbieten“, unterstreicht Christian Tanner, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes Südtirol. „Bei Leistungen, die auch für die Mitglieder des jeweils anderen interessant sein können, sollten wir diese Möglichkeiten nutzen.“ 
Für Günther Sommia, Geschäftsführer des Dachverbandes, geht es auch darum, aus den bisherigen Kontakten mehr zu machen: „Informelle Kontakte zwischen unseren Verbänden gab es schon bisher. Vieles ist aber eher punktuell und anlassbezogen entstanden. Mit dem Einvernehmensprotokoll schaffen wir einen regelmäßigen Austausch und kürzere Wege. Damit bündeln wir unsere Kräfte und Stärken.“

Zwei Verbände, viele Berührungspunkte

Der 1993 gegründete Dachverband für Soziales und Gesundheit vereint rund 70 gemeinnützige Organisationen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich und betreut rund 180 Selbsthilfegruppen in Südtirol. Der Raiffeisenverband Südtirol vertritt Genossenschaften aus unterschiedlichen Bereichen – von Landwirtschaft und Banken bis hin zu Sozialem, Konsum und Energie – und bietet seinen Mitgliedern Beratung und Dienstleistungen.
Das neue Einvernehmensprotokoll reiht sich in weitere Kooperationen und Vernetzungsinitiativen des Raiffeisenverbandes ein. Im April wurde bereits eine Vereinbarung mit Coopbund Alto Adige Südtirol unterzeichnet. Im Sommer starteten der Raiffeisenverband, Coopbund und die Federazione Trentina della Cooperazione zudem einen gemeinsamen Dialog- und Kooperationsprozess.