„Diese Breite betrifft die Produzenten ebenso wie Anbaugebiete und Rebsorten“, so Eduard Bernhart, der Direktor des Konsortiums Südtirol Wein.
Jahr für Jahr werden die neuen Ausgaben der internationalen Weinführer mit Spannung erwartet und auch diesmal fallen deren Bewertungen für Südtirols Weine äußerst erfreulich aus. In neun renommierten Führern – Wine Spectator, Robert Parker/Wine Advocate, Wine Enthusiast, Decanter, James Suckling, Vinous, Vinum Weinguide, Falstaff Weinguide Italien sowie Henris – kommt Südtirol auf 283 Topnoten für insgesamt 213 verschiedene Etiketten.
„Was uns natürlich besonders freut, ist die Breite bei den Produzenten, die auch die Vielfalt unserer Weinlandschaft unterstreicht“, so Bernhart mit Blick auf die 58 Produzenten mit wenigstens einem topbenoteten Wein. „Unter ihnen finden sich Genossenschaften genauso wie Weingüter und Freie Weinbauern“, freut sich der Direktor der Dachorganisation der Südtiroler Weinwirtschaft.
100 Punkte und Sonderpreise
Unbestrittenes Highlight sind in diesem Jahr die 100 Punkte (und damit die bestmögliche Note), mit der Robert Parker den 1991 Weißburgunder Rarity Südtirol Terlaner DOC von der Kellerei Terlan ausgezeichnet hat. „Die Bedeutung dieser Note wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Robert Parker bisher nur zwei Weißweine aus Italien je mit 100 Punkten ausgezeichnet hat – neben dem Weißburgunder Rarity heuer den 2009er Gewürztraminer Epokale Südtirol DOC der Kellerei Tramin im Jahr 2018“, so Bernhart. „Diese Auszeichnung unterstreicht deshalb erneut Südtirols Standing als die Weißweinregion in Italien.“
Ebenfalls 100 Punkte – allerdings von James Suckling – gab es für den 2021 Terlaner I Primo Grande Cuvée Südtirol DOC der Kellerei Terlan. Ein Südtiroler Wein findet sich auch unter den von Wine Enthusiast gekürten 100 besten Weinen des Jahres, und zwar der 2021 Blauburgunder Schweizer Südtirol DOC von Franz Haas. Für Falstaff kommen sogar drei der vier besten Weißweine Italiens aus Südtirol, genauer von den Kellerei St. Michael-Eppan (1) und Terlan (2), sowie zwei der vier besten Süßweine (Kellerei Tramin und Weingut Ansitz Waldgries Christian Plattner).
Für gleich zwei Südtiroler Weine gab es in diesem Jahr von Henris die Höchstbewertung von 100 Punkten, für den 2012 Weißburgunder Rarity Südtirol Terlaner DOC der Kellerei Terlan und die 2017 Gewürztraminer Spätlese Epokale Südtirol DOC der Kellerei Tramin. Henris zeichnet zudem Elena Walch als Weingut des Jahres aus, Michael Graf Goëss-Enzenberg als Weinpersönlichkeit des Jahres, die Kellerei Kurtatsch als Kellerei des Jahres sowie das Weingut Peter Sölva für die Kollektion des Jahres.
Weiße knapp vor Roten
Wirft man einen detaillierteren Blick auf die Topnoten, unterstreicht Südtirol auch in diesem Jahr wieder, ein Weißweinland zu sein – allerdings nur knapp. Von den 213 ausgezeichneten Weinen sind 100 Weißweine, 98 Rotweine, elf Süßweine und vier Sekte. „Dass es in diesem Jahr auch Sekte auf die Liste geschafft haben, freut uns natürlich besonders, weil es die Entwicklung unterstreicht, die unsere Sekthersteller in den letzten Jahren gemacht haben“, so Bernhart.
Interessant ist auch ein Blick auf die ausgezeichneten Rebsorten: nicht weniger als 17 haben es in die Ranglisten geschafft, kommen also auf mindestens einen ausgezeichneten Wein. „Auch das zeigt, dass unser Weinland vor allem durch Vielfalt hervorsticht,“, erklärt der Direktor des Konsortiums Südtirol Wein. Diese Vielfalt, so Bernhart, habe einen einfachen Grund: „Will man aus den unterschiedlichen Voraussetzungen, die unsere Weinberge in verschiedenen Höhen und Anbaugebieten mit sich bringen, das Beste herausholen, ist eine Vielfalt an Rebsorten unumgänglich.“ Die Rangliste der prämierten Weine führt auch in diesem Jahr wieder Blauburgunder an. Er kommt auf 38 Weine mit 48 Bestnoten. Hinter ihm folgen Chardonnay (26 Weine / 33 Bestnoten), Weißburgunder (20/29) und Sauvignon (19/28).
Die meistprämierten Weine
Bleibt noch der Blick auf die meistprämierten Weine. Der 2012 Weißburgunder Rarity Südtirol Terlaner DOC sowie der 2022 Terlaner I Primo Grande Cuvée Südtirol DOC – beide von der Kellerei Terlan – konnten je sechs Bestnoten einfahren, der 2023 Sauvignon Quarz Südtirol Terlaner DOC, ebenfalls von der Kellerei Terlan, kommt auf fünf, die 2021 Cuvée Adamantis Weinberg Dolomiten IGT der Kellerei Eisacktal, der 2021 Blauburgunder Riserva Vigna Das Langefeld Südtirol DOC von Pfitscher sowie der 2017 Gewürztraminer Spätlese Epokale Südtirol DOC der Kellerei Tramin auf jeweils vier Topnoten.
