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Warum mehr Bio eine Antwort auf die Energiekrise ist

Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdgases und Öls passieren in Friedenszeiten die Straße von Hormus, die nun seit Wochen wegen der Eskalation im Nahen Osten blockiert ist. Die Folgen gehen weit über gestiegene Spritpreise an den Tankstellen hinaus. Für die Zukunft braucht es daher dringend mehr unabhängige, resiliente Kreislaufsysteme, fordert Bioland Südtirol in einer Aussendung.

Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdgases und Öls passieren in Friedenszeiten die Straße von Hormus, die nun seit Wochen wegen der Eskalation im Nahen Osten blockiert ist. Die Folgen gehen weit über gestiegene Spritpreise an den Tankstellen hinaus: Die globale Landwirtschaft ist zum überwiegenden Anteil auf synthetischen Stickstoffdünger angewiesen. Und der braucht diese fossile Energien, die, wie schon zu Beginn des Ukraine-Krieges, schlagartig knapp und extrem teuer geworden sind: zweitweise haben sich die Preise verdoppelt. Für die Zukunft braucht es daher dringend mehr unabhängige, resiliente Kreislaufsysteme, fordert Bioland Südtirol.

„Die aktuelle Energiekrise führt uns eindrücklich vor Augen, wie verletzlich unser globalisiertes Ernährungssystem ist. Wir ernähren uns nicht unerheblich von fossilen Energien und hängen damit auch von den Launen einiger besonders einflussreicher Staatschefs ab“, kommentiert Bioland-Präsident Jan Plagge.
Aus dieser Abhängigkeit gelte es sich zu befreien, betont auch Bioland Südtirol Vorsitzender Walter Steger. „Wir haben Möglichkeiten unsere eigenen Kreislaufsysteme zu stärken, und sollten uns darauf konzentrieren.“ Deswegen hat Bioland Südtirol vor kurzem die neue Fachgruppe „Erneuerbare Energien“ gegründet.

Innovative Energie statt fossile Brennstoffe am Niedersteinhof in Passeier

Nachhaltige Landwirtschaftssysteme und findige Ökobauern und -bäuerinnen setzen auf eine Kombination aus klimafreundlichen erneuerbaren Energien. So wie Walter Moosmair vom Niedersteinhof im Passeiertal: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unseren Bauernhof zur Gänze mit erneuerbaren Energien zu versorgen, um unabhängig von fernen Energieimporten zu sein, die Wertschöpfung am Bauernhof zu haben und in geschlossenen nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen umwelt- und klimaschonend zu leben und arbeiten.“
Die Photovoltaikanlagen mit 65 kWp, die Wärmepumpe und das 600-Watt-Windrad versorgen den Niedersteinhof zu 100% mit grünem Strom. Über eine Luftwärmepumpe wird Warmwasser und die Heizung im Winter gespeist. Für sein ausgeklügeltes Wärme- und Energiemanagement im Haus, Betrieb und den Ferienwohnungen wurde Walter Moosmair mit dem CERES AWARD 2025 in der Kategorie Energielandwirt ausgezeichnet. Dieser Preis ist die wichtigste Anerkennung den die Landwirtschaftsbranche im deuschten Sprachraum vergibt.

Best Practice Profanter Bäckerei setzte auf Photovoltaik und Speicherbatterie

Ein weiteres Best Practice Beispiel ist die Brixner Bio Bäckerei Profanter. Die Traditionsbäckerei mit drei eigenen Standorten in Brixen hat die Backöfen von Heizöl auf Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen umgestellt und deckt damit den eigenen Strombedarf zu 80%; der Rest stammt aus grünem Strom von Südtiroler Wasserkraft. Die Investition umfasste auch eine große Speicherbatterie (1 Megawatt) um die energietechnische Autonomie zu erreichen. „Wir haben das Projekt bewusst als early adapter umgesetzt, um ein Leuchtturm-Projekt zu realisieren, damit wir Nachahmer finden,“ betont Bäckermeister Benjamin Profanter. Wirtschaftlich und ökologisch sei die Photovoltaikanlage, die auf insgesamt fünf Dächern installiert ist, eine Top Investition gewesen, meint Profanter. „Das sollten auch noch mehr Betriebe umsetzen.“

Neue Fachgruppe Erneuerbare Energien

Die Förderung und der Einsatz von erneuerbaren Energien ist Teil des Kreislaufdenkens der Biolandwirtschaft. Die neue Fachgruppe wird sich in Zukunft damit auseinandersetzen, und eine kreislaufgestützte Energie-Resilienz aufbauen.