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Wenn Kriege Märkte bewegen: Raiffeisen InvestmentClub diskutierte Europas Rolle in der neuen Welt(un)ordnung

Mit Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn und Börsenexperte Hans A. Bernecker gelang es dem Raiffeisen InvestmentClub erneut seinen Mitgliedern zwei renommierte Referenten zu präsentieren. Mit großem Interesse verfolgten rund 500 Mitglieder die Analysen zu den geopolitischen Spannungen, wirtschaftlichen Herausforderungen Europas und den Auswirkungen globaler Krisen auf die Finanzmärkte.

Unter dem Titel „Wenn Kriege Märkte bewegen. Europas Wirtschaft in der neuen Welt(un)ordnung“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Europa in einer zunehmend instabilen Welt behaupten kann und welche Konsequenzen Kriege, Machtverschiebungen und wirtschaftspolitische Entwicklungen für Anlegerinnen und Anleger haben.

Der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn, zeichnete ein düsteres Bild der aktuellen Weltlage: „Europa spielt im Zusammenspiel mit den Großmächten derzeit kaum eine Rolle – und genau das ist das Problem. Europa muss enger zusammenarbeiten und seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken“, so Sinn. Dabei plädierte er auch für einen europäischen Verteidigungsbund, der Synergien und schnellere Entscheidungen ermöglichte sowie sehr viel Geld sparen würde. 

Hans A. Bernecker, Börsenexperte und langjähriger Beobachter der internationalen Finanzmärkte, beleuchtete die Auswirkungen geopolitischer Krisen auf Börsen und Anlegerverhalten. Historisch lasse sich beobachten, dass wirtschaftliche Erholung nach Konflikten oft neuen Dynamiken folge: „Kriege haben die Eigenschaft, dass sie Entwicklungen beschleunigen und neue Dynamiken anstoßen“, so Bernecker. Hinzu komme, dass Emotionen, Erwartungen und globale Trends gerade in unsicheren Zeiten eine entscheidende Rolle spielen. Für Anlegerinnen und Anleger sei deshalb vor allem wichtig: Vielfalt, Geduld und Qualität. Das bedeutet eine breite Streuung, also viele verschiedene Wertpapiere, einen langen Atem und langfristigen Blick sowie die Entscheidung für qualitativ hochwertige Investmentprodukte.

Sein Rat lautete: „Bleiben Sie konsequent und verfolgen Sie Ihren Weg langfristig. Beobachten Sie aber auch die aktuellen Trends, damit Sie bei den zukünftigen Gewinnern mit dabei sind. Aktien sind Risikokapital mit großen Chancen. Anleihen sind Verteidigungsinvestments ohne Chancen.“ Den Privatanlegern rät er: 40 Prozent in erstklassige, solide Aktien zu investieren, 30 bis 35 Prozent in Produkte aus der Mittelklasse, die auch Dividenden zahlen und ca. 20 Prozent den Neuheiten mit Zukunftspotential, wie heute zum Beispiel Raumfahrtaktien, also eher spekulativen Investments vorzubehalten.

Seit dem Jahr 2000 organisiert der Raiffeisen InvestmentClub regelmäßig Veranstaltungen für seine Mitglieder und lädt dazu herausragende Finanz- und Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus dem In- und Ausland nach Südtirol. „Renommierte Fachleute zu gewinnen, die unseren Mitgliedern mit ihrer langjährigen Erfahrung eine umfassende Übersicht über Wirtschaft, Finanzmärkte und Geldanlage geben können, ist ein zentrales Anliegen des Raiffeisen InvestmentClubs“, betonte Obmann Gernot Häufler.

Die 500 Gäste dankten den Referenten mit langanhaltendem Applaus. Der Abend klang bei Buffet und intensivem Austausch unter den Mitgliedern aus.