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Werner Platzer: "Wir müssen heute für übermorgen entscheiden."

Seit 36 Jahren arbeitet Werner Platzer für die Raiffeisenkasse Prad, 26 Jahre davon als Geschäftsführer. Im Podcast „Nah.dran.ge(h)n“ spricht er über Verantwortung für die Region, Führung im Wandel und darüber, was die Raiffeisenkassen auch in Zukunft auszeichnen wird.

Eigentlich sollte es nur ein Jahr werden. Nach seinem Studium in Florenz kam Werner Platzer als Innenrevisor zur Raiffeisenkasse Prad. „Das mache ich mal ein Jahr, und dann schaue ich, was sich entwickelt“, dachte er damals. Daraus wurden 36 Jahre – 26 davon als Geschäftsführer.

Dass ihm selbst Ausbildung, Studium und berufliche Entwicklung offenstanden, macht ihn dankbar. Ein Stück davon möchte er zurückgeben. Denn für Platzer ist eine Raiffeisenkasse mehr als ein Finanzdienstleister: Sie ist Teil eines Lebens- und Wirtschaftsraums und trägt Mitverantwortung dafür, wie sich dieser entwickelt.

Führung und Veränderung

Auch die Rolle als Führungskraft war nicht von Anfang an geplant. Ende der 1990er-Jahre wurde Platzer für einen Führungskräftelehrgang des Raiffeisenverbandes vorgeschlagen, im Jahr 2000 übernahm er die Geschäftsführung.

Sein Verständnis von Führung hat sich seither verändert. Hierarchische Strukturen sind einem stärker kooperativen Ansatz gewichen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen heute mehr eingebunden werden. Gute Führung beginnt für Platzer aber bei einem selbst: „Der erste Mensch, den man führen soll, ist man selbst.“

Wie wichtig es ist, Menschen bei Veränderungen mitzunehmen, erlebte er auch bei der Fusion der Raiffeisenkassen Prad am Stilfserjoch und Taufers im Münstertal. Die größte Herausforderung war für ihn dabei weniger die Organisation als das Zusammenführen unterschiedlicher Unternehmenskulturen. Beide Seiten hätten voneinander gelernt und gemeinsam etwas Neues entwickelt.

Eigenständig bleiben

Eine weitere prägende Phase war die Reform der italienischen Genossenschaftsbanken. Platzer engagierte sich damals für den Südtiroler Weg mit dem institutsbezogenen Sicherungssystem IPS. Dass die Raiffeisenkassen damit ihre Eigenständigkeit bewahren konnten, sieht er bis heute als große Errungenschaft.

„Das Wesentliche ist, dass wir draußen als selbstständige, eigenständige Raiffeisenkassen agieren können.“

Diese Autonomie bedeutet für ihn allerdings auch, Verantwortung zu übernehmen – für die eigene Raiffeisenkasse ebenso wie für das gesamte Raiffeisensystem.

Rund drei Jahre will Werner Platzer noch für die Raiffeisenkasse tätig sein. Was möchte er danach hinterlassen? Vor allem eine Haltung: „Dass wir nicht heute für morgen entscheiden, sondern für übermorgen.“

Dabei gelte es, die Gemeinschaft vor Ort ebenso im Blick zu behalten wie das gesamte Raiffeisensystem. Denn genau darin sieht Platzer die Voraussetzung dafür, dass die Raiffeisenkassen auch in Zukunft erfolgreich bleiben.

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Das gesamte Gespräch mit Werner Platzer gibt es in der neuen Folge von „Nah.dran.ge(h)n – der Raiffeisen-Podcast“ auf Spotify | Podigee | YouTube.