BRING: Fachtagung für Schaf- und Ziegenhalter in Bozen

Am Freitag fand im Haus der Tierzucht in Bozen bereits zum fünften Mal die Fachtagung für Schaf- und Ziegenhalter statt. Die Veranstaltung stand unter dem Thema „Weidepflege und Lämmermast“ und wurde vom Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING), in Zusammenarbeit mit dem Verband für Südtiroler Kleintierzüchter organisiert.

Eröffnet wurde die Fachtagung von Daniel Gasser, Obmann des BRING, sowie von Barbara Mock, Geschäftsführerin des Verbands für Südtiroler Kleintierzüchter, die zugleich durch den Vormittag moderierte. In ihren Begrüßungsworten unterstrichen sie die Bedeutung fachlicher Weiterbildung für eine nachhaltige und zukunftsfähige Schaf- und Ziegenhaltung in Südtirol.

Den Auftakt der Vortragsreihe machte Markus Gatterer vom Versuchszentrum Laimburg mit dem Referat „Weidepflege für kleine Wiederkäuer“. Dabei hob er hervor, dass die Weide eine der kostengünstigsten Formen der Futterversorgung darstellt, gleichzeitig jedoch eine sorgfältige Anpassung an die artspezifischen Bedürfnisse von Schafen und Ziegen erfordert. Diese unterscheiden sich deutlich von jenen anderer Tierarten wie etwa Rindern. Zudem stellte Gatterer die Herausforderungen der Weidehaltung, insbesondere im Hinblick auf den Parasitendruck, dar und erläuterte den Einfluss verschiedener Weidesysteme. Neben der tierischen Nutzung kommt der Weide auch eine zentrale Rolle beim Erhalt der Kulturlandschaft zu.

Im zweiten Fachvortrag widmete sich Dr. Karl-Heinz Kaulfuß, Fachtierarzt für Schafe, dem Thema Lämmermast. Er zeigte auf, dass es sich dabei um ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren handelt, das weit über die reine Fütterung hinausgeht. Die Mast sei das letzte Glied einer gut geplanten Kette, die beim Deckakt beginnt und über Geburt und Laktation bis zur eigentlichen Mast reicht. Dabei ging Kaulfuß sowohl auf positive als auch auf kritische Aspekte dieses Produktionszweigs ein.

Anschließend referierte Erica De Monte, Tierärztin beim BRING, über die Weidehaltung auf der Alm und die Rückkehr der Tiere in den Stall mit besonderem Fokus auf das Parasitenmanagement. Die Alpung sei ein wertvoller Beitrag zum Tierwohl, könne jedoch aufgrund des erhöhten Parasitendrucks auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen. De Monte betonte die Bedeutung präventiver Maßnahmen wie die richtige Bemessung der Weideflächen sowie den kombinierten Besatz mit unterschiedlichen Tierarten. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass bei Parasitenbefall medikamentöse Behandlungen oftmals unumgänglich sind.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete ein Referat von Egon Telser, Fütterungsberater und Schafhalter, zur praktischen Fütterung von Milchschafen. Er erläuterte die optimale Kombination verschiedener Futtermittel und unterstrich die Bedeutung einer leistungsgerechten Fütterung für gesunde, leistungsfähige und langlebige Tiere.

Nach den Fachvorträgen nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion. Abgerundet wurde die Fachtagung durch einen kleinen Umtrunk.

Der Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING) ist die Beratungs- und Weiterbildungsorganisation für die Berglandwirtschaft in Südtirol. Als Genossenschaft begleitet und unterstützt der BRING die landwirtschaftlichen Betriebe fachlich und trägt damit zum nachhaltigen Erhalt der Südtiroler Berglandwirtschaft bei. Dieses Ziel wird durch unabhängige Fachberatung, zahlreiche Weiterbildungsveranstaltungen, Lehrfahrten sowie Fachtagungen und Publikationen verfolgt.