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v.l.n.r.: Günther Pertoll, Leiter des Landesweinguts Laimburg; Dieter Blankenhorn, Direktor Staatsweingut Weinsberg (Baden-Württemberg); Hans Seitinger, Agrarlandesrat Steiermark; Reinhold Holler, Önologe am Landesweingut Silberberg; Anton Gumpl, Direktor der LFS Silberberg © Lebensressort Steiermark

Drei Länder ein Wein: Netzwerkwein XVII

Vor Kurzem wurde in Graz der Netzwerkwein XVII vorgestellt, eine Cuvée aus Weinen des Landesweinguts Laimburg, des Landesweinguts Silberberg in der Steiermark und des Staatsweinguts Weinsberg in Baden-Württemberg. Die Idee dafür entstand in einer Notsituation.

v.l.n.r.: Günther Pertoll, Leiter des Landesweinguts Laimburg; Dieter Blankenhorn, Direktor Staatsweingut Weinsberg (Baden-Württemberg); Hans Seitinger, Agrarlandesrat Steiermark; Reinhold Holler, Önologe am Landesweingut Silberberg; Anton Gumpl, Direktor der LFS Silberberg © Lebensressort Steiermark

Beim "Netzwerkwein XVII" handelt es sich um eine Cuvée aus 45 Prozent Sauvignon Blanc aus dem Landesweingut Silberberg (Steiermark, Österreich), 40 Prozent Riesling aus dem Staatsweingut Weinsberg (Baden-Württemberg, Deutschland) und 15 Prozent Gewürztraminer aus dem Landesweingut Laimburg (Südtirol, Italien). Der Gedanke bei der Gestaltung der Cuvée war, Leitsorten der jeweiligen Regionen miteinander zu vereinigen. Günther Pertoll, Leiter des Landesweinguts Laimburg erklärte: "Der Gewürztraminer ist eine typische Rebsorte Südtirols und eine der ältesten Rebsorten der Welt. Die Trauben für den Netzwerkwein stammen aus einer Einzellage in Tramin, auf 350 Metern Seehöhe auf lehmigen Kalkschotterboden. Der Anteil von 15 Prozent des Gewürztraminers an der Cuvée mit Sauvignon blanc und Riesling verleihen dem Wein Würzigkeit, Komplexität und Struktur", so Pertoll.

Aus rechtlichen Gründen darf der Wein weder mit Sorte noch mit Jahrgang bezeichnet werden, da er aus mehreren Ländern der europäischen Union stammt. Der Netzwerkwein XVII ist am Landesweingut Silberberg und am Staatsweingut Weinsberg erhältlich. Am Landesweingut Laimburg wird der Netzwerkwein im Rahmen von Events im Felsenkeller verkostet.

Intensiver fachlicher Austausch

Entstanden ist das grenzüberschreitende Projekt in einer Notsituation. Im Jahr 2016 wurde die Steiermark von starkem Frost heimgesucht, der die Weinernte frühzeitig vernichtete. Davon betroffen waren auch die Reben des Landesweingut Silberberg, berichtete Önologe Reinhold Holler. Angesichts dieser Situation sei dann eine bereits länger im Raum schwebenden Idee umgesetzt worden, nämlich einen gemeinsamen Wein aus den Weingütern befreundeter Weinbauinstitutionen zu produzieren.

In der Folge entwickelte sich zwischen Silberberg, Laimburg und Weinsberg ein intensiver önologischer Austausch. Gemeinsam wurden Reife, Lesezeitpunkt, sensorisches Profil, Traubenverarbeitung, Vergärung und Ausbau diskutiert und die Stilistik des Endprodukts durchdacht. Jedes Weingut vinifizierte einen hochwertigen Weißburgunder des Jahrgangs 2016, der in Silberberg zu gleichen Teilen cuvéetiert wurde. Angesichts des erfolgreichen Produkts und der inzwischen entstandenen besonderen Verbundenheit zwischen den drei Institutionen war bald der Beschluss gefasst das Projekt fortzusetzen und auch für den Jahrgang 2017 einen gemeinsamen Wein zu kreieren. "Partnerschaft und Freundschaft sind Werte, die in schwierigen Zeiten noch stärker zueinander finden lassen. Der Netzwerkwein ist ein wunderbares Zeichen dieser Verbundenheit, die weit über Ländergrenzen hinausgeht. Wie der Wein ist auch die Zusammenarbeit unter den Schulen äußerst gut gelungen", resümierte Reinhold Holler vom Landesweingut Silberberg.

Wichtiges Zeichen für die Ausbildung in Weinbau und Önologie

Neben dem fachlichen Austausch der Önologen leistet das Projekt "Netzwerkwein" einen wertvollen Beitrag zur Ausbildung des Nachwuchses im Weinbau: Im Jahr 2017 besuchten sich Schülerinnen und Schüler der Fachschulen Laimburg und Silberberg gegenseitig im Rahmen einer Projektwoche und lernten dabei die jeweilige Schule und die entsprechende Weinbauregion näher kennen. 2018 fand ein weiterer Austausch zwischen der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg und dem Landesweingut Silberberg statt. Inzwischen wurde der Netzwerkwein XVII zum offiziellen "Festwein" für das Treffen der europäischen Weinbauschulen 2018 erklärt und rückt damit in den Mittelpunkt der Weinbauausbildung in Europa.

Das Treffen findet vom 16. Bis. 18 Mai 2018 in Weinsberg statt, wo die Dreieckskooperation zwischen Silberberg, Laimburg und Weinsberg weiter vertieft werden soll. "Das Netzwerk der Europäischen Weinbauschulen lebt - wir verbinden Freundschaft und die Begeisterung für Wein und kreieren einen europäischen Wein über die Landesgrenzen hinweg. Drei besondere Regionen und Herkünfte für einen Wein - eine Inspiration, die wir für die Ausbildung junger Önologen geben", betonte der Direktor des Staatsweinguts Weinsberg Dieter Blankenhorn.

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