Richard Theiner prägte über zwei Jahrzehnte die Politik in Südtirol. Er hat in Bologna Rechtswissenschaften studiert und war später unter anderem: Landtagspräsident, Landesrat für Gesundheit und Soziales, Landesrat für Energie und Umwelt und Obmann der Südtiroler Volkspartei.
Mit dem Ende seiner politischen Laufbahn im Jahr 2019 begann für Theiner ein neues Kapitel im Weltladen Latsch mit fairen Handel, Nachhaltigkeit und globale Verantwortung.
Bereits 2015 gründete Theiner gemeinsam mit engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern die Sozialgenossenschaft Weltladen Latsch ohne Gewinnabsicht und eröffnete den ersten Weltladen im Vinschgau. Ziel war es, den fairen Handel auch im ländlichen Raum zu verankern.
Seit der Eröffnung setzt der Weltladen Latsch auf ein innovatives Konzept das sich auf partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe stützt. Verkauft werden hier zertifizierte Fair-Trade-Produkte aus Lateinamerika, Afrika und Asien und daneben gibt es Regionale Produkte von Bergbäuerinnen und Bergbauern aus dem Vinschgau.
Dieses Modell verbindet globale Gerechtigkeit mit regionaler Wertschöpfung – ein Ansatz, der mittlerweile auch über Südtirol hinaus Beachtung findet.
Fairer Handel als Hilfe zur Selbsthilfe
Im Podcast betont Theiner, dass fairer Handel weit mehr sei als eine Konsumnische. Er versteht ihn als nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das Produzentinnen und Produzenten langfristige Perspektiven eröffnet.
Durch gerechte Mindestpreise, zusätzliche Fair-Trade-Prämien und Investitionen in Bildung und Infrastruktur entstehen stabile Strukturen in den Herkunftsländern. Begegnungen mit Partnerorganisationen – etwa in Honduras oder auf den Philippinen – haben Theiner in seiner Überzeugung bestärkt: Bildung, Genossenschaften und faire Marktbedingungen sind zentrale Schlüssel für Entwicklung.
Genossenschaftlicher Gedanke nach Wilhelm Raiffeisen
Parallelen sieht Theiner im genossenschaftlichen Prinzip nach Wilhelm Raiffeisen. Solidarisches Wirtschaften, gemeinschaftliche Verantwortung und langfristiges Denken seien heute aktueller denn je.
Gerade in Zeiten globaler Ungleichgewichte brauche es Alternativen zu rein gewinnorientierten Wirtschaftsmodellen. Weltläden und Genossenschaften könnten hier konkrete Antworten liefern.
Fairer Handel in Südtirol: Noch viel Potenzial
Trotz wachsendem Bewusstsein führt der faire Handel in Südtirol weiterhin ein Nischendasein. Sein Wunsch für die Zukunft: mehr Bewusstsein für fairen Konsum. Der faire Handel führe in Südtirol noch immer ein Nischendasein. Er hoffe, dass mehr Menschen bereit seien, bewusst einzukaufen und sich ehrenamtlich zu engagieren. Denn, so Theiner, jede und jeder könne einen Beitrag leisten, um die Welt ein Stück gerechter zu machen.





