Raiffeisen Nachrichten http://www.raiffeisen-nachrichten.it de_DE Raiffeisenverband Südtirol Fri, 22 Feb 2019 20:54:37 +0100 Fri, 22 Feb 2019 20:54:37 +0100 Raiffeisenverband Südtirol news-1209 Mon, 11 Feb 2019 14:55:45 +0100 Bauern informieren sich beim Meraner Weinbautag http://www.raiffeisen-nachrichten.it/news/aktuell/aktuell/article/detail/bauern-informieren-sich-beim-meraner-weinbautag.html Neue Entwicklungen und aktuelle Themen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Meraner Weinbautags, der Anfang Februar in der Kellerei Meran mit über hundert Teilnehmern über die Bühne ging. Andreas Kraus, Amtsdirektor des Amtes für Obst- und Weinbau, informierte eingangs über Neuerungen bei der staatlichen Zuteilung von Pflanzgenehmigungen im Weinbau. Die unentgeltlichen Pflanzgenehmigungen aus der Weinmarktordnung werden auch im Jahr 2019 im Ausmaß von 1 Prozent der Rebfläche der Provinz Bozen verteilt, also 54,8 ha. Die Gesuche werden im Zeitraum vom 15.2.2019 bis 15.3.2019 angenommen. Die höchsteinreichbare Fläche für Betriebe beschränkt sich auf 3.000 m²; die genaue zuweisbare Flächenmenge hängt allerdings von der Anzahl der Gesuche ab.

Scheinverträgen entgegenwirken

Um das in den letzten Jahren gestiegene „Phänomen der Scheinverträge“ entgegenzuwirken, wurden einige neue Regelungen eingeführt: so muss zum Zeitpunkt der Gesuchabgabe der Antragsteller als Eigentümer der landwirtschaftlichen Fläche aufscheinen oder einen schriftlichen Pachtvertrag/Konzessionsvertrag mit einer Mindestlaufzeit von 15 Jahren vorweisen können. Zudem muss die beantragte Fläche im Betriebsbogen des Antragstellers bereits mit einem gültigen Rechtstitel aufscheinen (Rechtstitel, der bereits vor dem Jahr 2016 Gültigkeit hatte). Die beantragte Fläche muss außerdem aufgrund der agronomischen Bewertung für den Anbau von Stillwein oder Sektgrundwein geeignet sein und der Antragsteller ist verpflichtet, die Rebanlagen nur auf jene Katasterparzellen zu errichten, die im Gesuch angegeben wurden. Die staatlichen Bestimmungen sehen vor, dass die definitive Zuweisung der Pflanzgenehmigungen erst ab Mitte Juni 2019 abgeschlossen ist, sodass erst danach mit einer Genehmigung vom Amt für Obst- und Weinbau zu rechnen ist. Vor Erteilung der Genehmigung darf nicht gesetzt werden. Dies wird stichprobenartig kontrolliert und gegebenenfalls auch sanktioniert.

Sauvignon Blanc als Leitsorte etabliert

Paul Hafner und Thomas Weitgruber vom Südtiroler Beratungsring berichteten über die Entwicklungen und den Anbau des Sauvignon Blanc im Burggrafenamt. In den letzten 20 Jahren hat sich die Anbaufläche dieser Rebsorte mehr als verfünffacht und hat sich mittlerweile als eine der Südtiroler Leitsorten in Südtirol, Italien und Ausland etabliert. Die anhaltende und steigende Nachfrage nach Sauvignon-Wein hat mitunter zur Flächenausweitung beigetragen. Außerdem werden für diese Rebsorte landesweit überdurchschnittliche Auszahlungspreise für die Genossenschaftsmitglieder erzielt. Im Burggrafenamt hat diese Rebsorte in den letzten 10 Jahren mit einem Plus von 16 ha – nach dem Weißburgunder – am zweitstärksten zugenommen. Der Anbau von Sauvignon Blanc erweist sich im Burggrafenamt als sehr geeignet, mit Lagen auf einer Meereshöhe von 400 bis 550 m; in warmen Westlagen bis auf 600 m.

Josef Terleth und Christoph Patauner vom Versuchszentrum Laimburg informierten über neue Klone für die Rebsorte Sauvignon Blanc. Das Versuchszentrum Laimburg hat in einem Zeitraum von 5 Jahren eine Reihe neuer Klone auf ihre Eignung überprüft, um das Anbauverhalten unter Südtiroler Anbaubedingungen zu ermitteln. Unter Berücksichtigung der weinbaulichen und önologischen Erhebungen ist – von den 7 neuen Klonen – der Klon CRAVIT ERSA FVG 196 als besonders positiv aufgefallen und könnte, laut Josef Terleth und Christoph Patauner, in Zukunft als eine echte Alternative zu den gängigen Klonen angesehen werden.

„Aktivatoren“ als Alternativen im Pflanzenschutz

Gerd Innerebner vom Versuchszentrum Laimburg berichtete über Alternativen im Pflanzenschutz. Das Versuchszentrum Laimburg hat verschiedene Produkte, die auf Basis von Naturstoffen hergestellt werden und eine Zulassung als Pflanzenschutzmittel erhalten haben, in mehreren Versuchsreihen getestet. Die Produkte auf Basis von Ölen und Bikarbonaten, sowie Präparate mit Pflanzen-, Algen- und Hefe-Extrakten wirken als sogenannte „Aktivatoren“: Sie stimulieren die pflanzeneigenen Abwehrkräfte und können sowohl im integrierten, als auch im biologischen Anbau eingesetzt werden. Das Einsatzgebiet ist dabei sehr breitgefächert – es gibt sowohl Mittel, die gegen Pilzkrankheiten wie den Echten Mehltau, als auch Präparate, die gegen Schädlinge wie die Kirschessigfliege wirken. Laut Gerd Innerebner erzielen einige Mittel vergleichbare Wirkungsgrade wie Standardprodukte, andere hingegen müssen mit einer gezielten und ausgeklügelten Bekämpfungsstrategie vereint werden, um die Wirkungsfähigkeit des Mittels voll ausschöpfen zu können.

Markenstrategie von Südtirol Wein

von Als letztes Thema berichtete Eduard Bernhart, Direktor vom Konsortium Südtirol Wein (aktuell zählt das Konsortium 172 Mitglieder, die über 99% der Südtiroler DOC-Fläche bewirtschaften), über die Marke „Südtirol Wein“ und über die zukünftige Marketingstrategie. Im Jahre 2018 wurde – gemeinsam mit Akteuren der Südtiroler Weinwirtschaft, sowie Partnern und wichtigen Meinungsbildnern in den Zielmärkten – eine Markenanalyse durchgeführt, um das Profil und die Identität der Marke „Südtirol Wein“ für die Zukunft zu schärfen. Unter anderem kristallisierte sich heraus, dass die Begriffe „Menschen, Berge und Kontraste“ zentrale Elemente bilden und dem Südtiroler Wein seinen einzigartigen Charakter und seine große Persönlichkeit verleihen.

Bei der Verkostung verschiedener Weinlinien des Sauvignon Blanc der Kellerei Meran, konnten sich die Weinbauern ausgiebig über die neu gewonnenen Anregungen und Informationen austauschen.

Der Weinbautag wurde gemeinsam von der Kellerei Meran und dem Südtiroler Beratungsring organisiert.

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Burggrafenamt Wein
news-1208 Mon, 11 Feb 2019 11:53:34 +0100 Auszeichnung: Vorbildliche Jugendarbeit im Sportverein http://www.raiffeisen-nachrichten.it/news/aktuell/aktuell/article/detail/auszeichnung-vorbildliche-jugendarbeit-im-sportverein.html Mediziner und Psychologen wissen es schon lange: Menschen, die Sport treiben sind fröhlicher, optimistischer und letztlich gesünder, als andere. Vor mittlerweile 19 Jahren hat der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) – mit der Unterstützung der Raiffeisengeldorganisation - die Initiative „Vorbildliche Jugendarbeit im Sportverein“  ins Leben gerufen. Jedes Jahr vergibt die Fachjury des VSS einen Förderpreis an Sportvereine, die sich bei der Jugendarbeit besonders hervortun. Heuer fiel die Wahl auf das Nachwuchsprojekt „Purzigagele“ der Sektion Leichtathletik des ASC Passeier. Belohnt wurde dabei die vielseitige Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche.

Der Vorstand und die Athleten des ASC Passeier freuten sich über den mit 5.000 Euro dotierten Siegerscheck der Südtiroler Raiffeisenkassen. Dem Verein ist es gelungen, in Zusammenarbeit mit den Grund- und Mittelschulen und verschiedenen Vereinen, einen spielerischen Zugang, ein buntes Rahmenprogramm und ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot aufzustellen, das hilft, einen körperlich aktiven Lebensstil zu fördern und Bewegungsmangel unter Kinder und Jugendlichen vorzubeugen.

Der Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirols, Herbert Von Leon, überreichte außerdem zwei weitere Förderpreise über je 2.000 Euro an den ASV Taekwondo Terlan und die Sektion Ski Alpin des ASV Taisten. Die Etschtaler punkteten mit ihrem hohen Integrationsfaktor und der professionellen Zusammenarbeit mit Ernährungsberatern und Masseuren und Physiotherapeuten. Die Pusterer hingegen überzeugten mit ihrer Begeisterung für den Skisport und die großen sportlichen Erfolge im Nachwuchsbereich.

Insgesamt stellten der Raiffeisenverband und die Raiffeisenkassen heuer 9.000 Euro für die VSS-Initiative zur Verfügung.

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Verbandsnachricht Bozen und Umgebung Sonstige
news-1205 Mon, 11 Feb 2019 09:36:08 +0100 Raiffeisen Offener Pensionsfonds weiter gewachsen  http://www.raiffeisen-nachrichten.it/news/aktuell/aktuell/article/detail/raiffeisen-offener-pensionsfonds-weiter-gewachsen.html Das verwaltete Vermögen des Raiffeisen Pensionsfonds ist 2018 auf über 650 Mio. Euro angewachsen. Über 3.900 Südtiroler sind dem Raiffeisen Pensionsfonds im abgelaufenen Jahr beigetreten. Die Wertentwicklung der drei Investitionslinien spiegelt die Entwicklung der Finanzmärkte wider.  2018 war an den globalen Finanzmärkten ein schwieriges Jahr. Besonders die europäischen Aktienmärkte rutschten deutlich ins Minus. Gründe hierfür waren unter anderem die zunehmenden Konflikte im Welthandel, der unsichere Ausgang der BREXIT-Verhandlungen, die politische Unsicherheit in Italien und die Dieselaffäre der deutschen Autoindustrie. 
An den europäischen Anleihenmärkten blieben die Renditen der Anleihen der europäischen Kernländer relativ konstant. Die Renditen der italienischen Staatsanleihen stiegen hingegen deutlich an. Grund hierfür war die angekündigte Haushaltspolitik der italienischen Regierung, die zu Konflikten mit der EU führte. Das Ergebnis waren kräftige Kursrückgänge bei italienischen Staatsanleihen. 

Vermögen kräftig gewachsen 

Das verwaltete Vermögen des Raiffeisen Pensionsfonds ist im Jahr 2018 um 57 Mio. Euro gewachsen und lag damit am Jahresende 2018 bei über 650 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von knapp 10%. 

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Bozen und Umgebung Finanzen
news-1204 Fri, 08 Feb 2019 11:52:46 +0100 Kellerei Kaltern ist jetzt FAIR’N GREEN http://www.raiffeisen-nachrichten.it/news/aktuell/aktuell/article/detail/kellerei-kaltern-ist-jetzt-fairn-green.html Als erste Genossenschaft weltweit wurde die Kellerei Kaltern Anfang Februar mit dem Siegel FAIR’N GREEN ausgezeichnet. Zugleich wurde das Label auch zum ersten Mal nach Italien vergeben. Die wichtigsten Ziele des in Deutschland 2013 von Vorzeigebetrieben gegründeten Siegels sind Umweltschutz und naturnaher Weinbau sowie die Diversität und der Schutz der natürlichen Ressourcen. Eingefordert werden ebenfalls faire Löhne, soziales Engagement und gesellschaftliche Verantwortung.

Für die Genossenschaft am Kalterer See nichts Neues: Schon seit der Gründung vor 120 Jahren stand der Erhalt des Dorfes und der Traditionen sowie die Gemeinschaft der Weinbauern im Vordergrund. Heute zählt die Kellerei Kaltern zu den führenden Kellereien Südtirols. „Wir arbeiten in vielen Bereichen bereits nachhaltig, aber Nachhaltigkeit ist ein inflationär gebrauchter Begriff. Deshalb wollen wir unsere Bemühungen mess- und nachvollziehbar machen. FAIR’N GREEN ist das System, das für uns am transparentesten und am konsequentesten arbeitet“, erklärte Tobias Zingerle, Geschäftsführer der Kellerei Kaltern, bei der Verleihung des Labels am 7. Februar in der Kellerei Kaltern.
 
Messbar und transparent machen

Das Konzept der Nachhaltigkeit ist in Kaltern kein vorübergehender Trend, sondern wird seit über 100 Jahren im Alltag gelebt. Die Zusammenarbeit mit FAIR’N GREEN ermöglicht der Kellerei Kaltern, bisher selbstverständliche Strukturen in einen messbaren und transparenten Rahmen zu bringen. In Südtirol und speziell in Kaltern wird seit über 2.000 Jahren Weinbau in kleinen Strukturen betrieben – die durchschnittliche Anbaufläche der Bauern beträgt 0,7 Hektar. „Dies soll so bleiben. FAIR’N GREEN unterstützt uns in unseren Bestrebungen, die Voraussetzungen dafür zu erhalten und auszubauen“, so Tobias Zingerle. Einige der besten Lagen am Kalterer See werden schon jetzt biologisch oder biodynamisch bewirtschaftet. Auch das Heimatbewusstsein haben die Kalterer schon seit jeher und schützen in dieser Wertehaltung sowohl Natur als auch Traditionen.

Erste Genossenschaft mit FAIR’N GREEN

FAIR’N GREEN hat sich nicht weniger zum Ziel gesetzt, als zum Standard für Nachhaltigkeitszertifizierungen in Europa zu werden. Das von einigen der renommiertesten deutschen Winzer selbst gegründete Siegel ist auf dem besten Weg dazu, genau dies zu erreichen. Bisher wurde es an Weingüter aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz verliehen. Die Kellerei Kaltern ist das erste Mitglied aus Italien sowie die erste Genossenschaft, die das FAIR’N GREEN-Markenzeichen tragen darf.
Für die Zertifizierung werden die Bereiche Betriebsführung, Umwelt, Gesellschaft und Wertschöpfungskette unter die Lupe genommen. Inhaber des Siegels müssen Prozesse etablieren, um die gesamte Betriebsführung, die Arbeit im Weinberg, die Kellerwirtschaft sowie die Vermarktung stetig zu verbessern – im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung.
„Allerdings darf beim Bestimmen der Kennzahlen und der Ausarbeitung eines Wirtschaftsplans nicht nur der Profit im Vordergrund stehen. Vielmehr gilt es, auch an die kommenden Generationen zu denken“, betonte Christian Sinn, Obmann der Kellerei Kaltern, der derzeit seinen eigenen Weinbetrieb von konventionellem auf biologischen Weinbau umstellt.

Nachhaltigkeit verbindet

Keith Ulrich, der Präsident von FAIR’N GREEN konstatierte bei der Vorstellung: „Wir als FAIR’N GREEN sind stolz darauf, dass wir mit der Kellerei Kaltern sowohl unseren ersten italienischen Betrieb, als auch unsere erste Genossenschaft zertifiziert haben. Das Thema Nachhaltigkeit ist für die große Anzahl der Mitglieder das verbindende Element und die Kellerei Kaltern setzt damit ein klares Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit auch für die gesamte Region.“

Mitglieder stehen dahinter

Auch die Mitglieder der Kellerei stehen hinter den ehrgeizigen Bestrebungen der Kellerei im Rahmen von FAIR’N GREEN. „Guter Wein beginnt mit gutem Boden, Voraussetzung dafür ist eine hohe Biodiversität im Weingarten und ein Weingarten im Gleichgewicht benötigt keine Herbizide“, sagt zum Beispiel Paul Dissertori, der einen biodynamischen Weinbaubetrieb führt. Für Arnold Gschnell, Mitglied der Kellerei Kaltern und Hobby-Weinbauer in dritter Generation, bilden Kultur und Gemeinschaftssinn im Dorfes die Basis für die Weine. „Mein Engagement gilt daher dem Erhalt unserer Kultur. Das ist unser Erfolg“, sagt Arnold Gschnell. Lukas Rainer, Fachlehrer an der Laimburg und Weinbauer mit Leib und Seele hingegen meint: „Der Indikator für die Schadstoffbelastung, der sogenannte Toxic Load Indicator, zeigt uns deutlich die Wirkung von Pestizidwirkstoffen auf unsere Umwelt. Wer respektvoll mit der Natur umgeht, verzichtet daher konsequent auf Herbizide – und das lehre ich auch meinen Studenten.“

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Überetsch/Unterland Wein