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Der Anbau von Kirschen: interessanter Zuerwerb für Betriebe. © Beratungsring für Obst- und Weinbau

34. Stein- und Beerenobstbautagung

Vor kurzem fand die 34. Stein- und Beerenobstbautagung als Online-Tagung statt. BRING-Obmann Daniel Gasser sowie Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler eröffneten die gut besuchte Veranstaltung und verwiesen dabei auf die große Bedeutung des Stein- und Beerenobstanbaus in Südtirol.

Der Anbau von Kirschen: interessanter Zuerwerb für Betriebe. © Beratungsring für Obst- und Weinbau

Der Rückblick auf das Stein- und Beerenobstanbaujahr 2020 zeigt, dass bei Kirschen im vergangenen Jahr mittlere, bei den Marillen hingegen überdurchschnittliche Erträge erzielt wurden. Eugen Tumler vom Beratungsring für Obst und Weinbau sowie Igor Schweiggl vom BRING sprechen generell von einer guten Saison auch für die Beerenobstbauern: "Die qualitativ hochwertigen Früchte, konnten zu guten Preisen verkauft werden." Nur die Witterung und die Schädlinge stellte die Anbauer im vergangenen Jahr vor großen Herausforderungen.

Marienkäferlarve als Nützling gegen Blattläuse im Heidelbeeranbau, © BRING
Himbeeranbau als Alternative für die Südtiroler Berglandwirtschaft, © BRING

Einsatz von Nützlingen in der Praxis

Markus Hilgensloh von der NüPA GmbH aus Deutschland referierte bei der Tagung über den Einsatz von Nützlingen in der Praxis. Er betonte, dass für einen erfolgreichen Einsatz von Nützlingen die Ansprüche der jeweiligen Gegenspieler bekannt sein müssen. Bei der Bekämpfung von Spinnmilben beispielsweise erweist sich, insbesondere im geschützten Anbau, der Einsatz von Raubmilben als erfolgsversprechend. Regelmäßige Kontrollen des Befalls, des Vegetationsstadiums sowie der Temperatur seien jedoch unabdingbare und zeitintensive Voraussetzungen. Der Einsatz von Nützlingen ist im Vergleich zum konventionellen Pflanzenschutz kostenintensiver. Trotzdem soll in Deutschland der vermehrten Einsatz von natürlichen Gegenspielern weiter etabliert werden.

Erste Ergebnisse aus der Prüfung neuer Aprikosensorten

Im Sortenspiegel des Vinschger Aprikosenanbaus nimmt die „Vinschger Marille“ mit einem Anteil von 55 % die Vorreiterrolle ein. Dieser hohe Anteil kann in Vollertragsjahren jedoch vom lokalen Markt kaum bewältigt werden. Ein weiterer kritischer Punkt bei der Vermarktung der Aprikose ist die durch hohe Anbaulagen bedingte späte Reifezeit. Nach Mitte August ist der Konsum der Aprikose stark rückläufig und somit sinken auch Nachfrage und Preis. Um den Aprikosenanbau im Vinschgau zu fördern, sind neue Strategien notwendig. Grundlegende Bedeutung kommt dabei der Sortenwahl zu: „In Zukunft sollte das Sortiment so strukturiert werden, dass der Markt konstant von Beginn bis Ende der Saison mit hochwertigen Früchten beliefert werden kann“, betonte der Leiter der Arbeitsgruppe „Beeren- und Steinobst am Versuchszentrums Laimburg, Massimo Zago.

Neue Ansätze für einen nachhaltigen Erdbeeranbau

Mit der Frage, wie man zu einem nachhaltigen Erdbeeranbau kommt, haben sich die Arbeitsgruppe „Beeren- und Steinobst“, „Ökologischer Anbau“ und „Acker- und Kräuteranbau“ des Versuchszentrums Laimburg beschäftigt, und drei Ansätze dafür entwickelt: (a) Anbau krankheitsresistenter Erdbeersorten; (b) Anwendung von Mischkultur und (c) Entwicklung nachhaltiger Lösungen gegen biotischen und abiotischen Stress.

Am Versuchsstandort Martell haben die Experten des Versuchszentrums über 50 Erdbeersorten auf ihre Anfälligkeit gegenüber Mehltau bewertet. Dabei konnten einige Sorten identifiziert werden, die wenig anfällig gegenüber Mehltau oder gar tolerant sind.

Unter „Mischkultur“ versteht man den gleichzeitigen Anbau verschiedener Pflanzenarten auf demselben Feld. Mit einem Anbau in Mischkultur lassen sich für alle beteiligten Arten Vorteile erzielen, wie etwa ein höheres vegetatives Wachstum, was wiederum zu einer erhöhten Produktion führt.

„Unsere Ergebnisse aus dem ersten Versuchsjahr zeigen, dass die Erdbeere in Mischkultur mit Pfefferminze höhere Erträge ergibt als in Reinkultur“, erklärte Sebastian Soppelsa von der Arbeitsgruppe „Beeren- und Steinobst“. Die Versuchsergebnisse deuten also darauf hin, dass die Anwendung von Mischkultur nicht nur Erdbeerpflanzen vor Schadorganismen schützen könnte, sondern den Anbauern auch neue Einkommensmöglichkeiten bieten und damit zu einer Aufwertung des gesamten Territoriums führen könnte.

Aktuelle Themen zum Pflanzenschutz im Bereich Stein- und Beerenobst

Das Stein- und Beerenobst wird von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen. Für die verschiedenen Kulturen sind unterschiedliche Regelungen in Bezug auf Pflanzenschutzmittel vorgesehen. 2020 ist die Zulassung für einige Wirkstoffe ausgelaufen, andere Wirkstoffe werden die Zulassung voraussichtlich im Jahr 2021 verlieren. Für Landwirte, die Stein- und Beerenobst anbauen, ist es unerlässlich über die Änderungen in der Zulassung informiert zu sein. Darum stellte Urban Spitaler von der Arbeitsgruppe „Mittelprüfung“ die vom Versuchszentrum Laimburg erarbeitete Listen der im Stein- und Beerenobstbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel und Wachstumsregulatoren vor. Die Listen (Stand Februar 2021) können über den Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING) für Beerenobst und über den Beratungsring für Obst- und Weinbau für das Steinobst bezogen werden.

Die aktuelle Forschungsergebnisse des Versuchszentrums Laimburg im Bereich „Beeren- und Steinobst“ wurden im Rahmen des „Aktionsplans 2016–2022 für die Forschung und Ausbildung in den Bereichen Berglandwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften“ finanziert.

34. Stein- und Beerenobstbautagung

Organisiert und abgehalten wurde die Fachtagung  in Zusammenarbeit vom Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING), dem Beratungsring für Obst- und Weinbau, dem Versuchszentrum Laimburg sowie den weiteren Akteuren der Fachgruppe Sonderkulturen, die innerhalb des BRING organisiert sind:

  • Bioland Südtirol
  • Egma Vilpian
  • Fachschulen der land-, forst- und hauswirtschaftlichen Berufsbildung
  • Südtiroler Bauernbund
  • VI.P – Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse

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