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Giovan Battista Sala bei der Veranstaltung „Incontri con la Banca d’Italia“ am 31. Januar in Bozen.

Giovan Battista Sala: „Beziehungen zu den Kunden sind das Wichtigste.“

Am Rande der Veranstaltung „Incontri con la Banca d’Italia“ am 31. Januar in Bozen sprach Giovan Battista Sala, der Leiter des Dienstes für Bankenaufsicht 2 der Banca d’Italia, über die Entwicklung der Raiffeisen Genossenschaftsbanken und deren bevorstehende Anerkennung als institutsbezogenes Sicherungssystem (IPS).

Giovan Battista Sala bei der Veranstaltung „Incontri con la Banca d’Italia“ am 31. Januar in Bozen.

Raiffeisen Nachrichten: Wie beurteilen Sie den von den Südtiroler Raiffeisenkassen eingeschlagenen Weg?

Giovan Battista Sala: Vorauszuschicken ist, dass der Weg der Südtiroler Raiffeisenkassen erst durch ein Staatsgesetz möglich wurde und dass die Inititative in erster Linie von den Banken selbst ausgegangen ist. Derzeit arbeiten wir noch gemeinsam an der Umsetzung. Was wir allerdings jetzt schon wissen ist, dass wir uns bei der Überwachung dieser Banken an die bestehenden Regelungen und Gesetze halten werden.

Welche Herausforderungen kommen auf die Raiffeisenkassen Südtirols zu?

Ich bin davon überzeugt, dass kleinere Banken ihren eigenen Weg suchen müssen. Dieser wird gelingen, weil Südtirol große Chancen bietet und Ausdruck einer gesunden Wirtschaft ist. Gleichzeitig ist die Dimension der kleinen und mittleren Banken sicherlich auch ein Schwachpunkt, wenn man an die Globalisierung, die Fintechs, die Digitalisierung und die Neugestaltung der Beziehung zwischen Bank und Kunden denkt. Wir haben gesehen, dass es jenseits der Alpen zahlreiche Beispiele von Banken gibt, die den Weg des IPS bereits erfolgreich gehen: in Frankreich, in Österreich und in Deutschland haben sich verschiedene Banken bereits zu einem IPS zusammengeschlossen. Sicher ist, dass es viele Möglichkeiten gibt und dass die Banca d’italia niemals selbst der Regisseur dieser Umstrukturierung sein kann. Sie wird vielmehr die Entwicklung der Banken genau beobachten und sie, den bestehenden Regeln entsprechend, weiter überwachen.

Ist dieser besondere Zusammenschluss nicht auch ein Vorteil für die Raiffeisenkassen?

Ich glaube, dass Südtirol in wirtschaftlicher Hinsicht und von der Wertehaltung her gesehen, gut da steht. Wenn eine Bank ihre Tätigkeit lokal begrenzt, könnte das in Zukunft problematisch werden. Eine Bank im 3. Jahrtausend zu führen verlangt Technologien und Investitionen. Man wird einen Weg finden müssen, wie man die positiven Kräfte, die von der Nähe zum Tätigkeitsgebiet herrühren, mit der modernen Vision der Bankenführung verbinden kann, mit all den Herausforderungen, die das mit sich bringt.

Was würden Sie heute einer Südtiroler Raiffeisenkasse raten?

Arbeitet einfach weiterhin gut. Achtet auf die Beziehungen zu den Kunden, denn die sind das Wichtigste. Der Wert der Kundenbeziehung ist einer der Grundwerte von Banken.

Vielen Dank für Ihre Einschätzung!

 

Giovan Battista Sala (Foto: Banca d'Italia)

Giovan Battista Sala

Giovan Battista Sala ist zuständig für die Aufsicht jener Banken, die nicht der europäischen Bankenaufsicht unterliegen (Less Significant) und für die Genossenschaftsbanken.

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