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Max Niedermayr, Präsident des Südtiroler Weinkonsortiums und Obmann der Kellerei Schreckbichl

Kellerei-Genossenschaften: Mitglieder als Fans des Betriebes

Max Niedermayr, Präsident des Südtiroler Weinkonsortiums und Obmann der Kellerei Schreckbichl, über die Situation der Weinwirtschaft und wie es der Branche gelingen wird, die Folgen der Krise abzufedern.

Max Niedermayr, Präsident des Südtiroler Weinkonsortiums und Obmann der Kellerei Schreckbichl

Die Coronakrise hat die Weinwirtschaft besonders hart getroffen, wie schätzen Sie die Situation ein?

Die Coronakrise hat uns völlig unvorbereitet getroffen, weil der Absatz von heute auf morgen von 100 auf null eingebrochen ist. Südtirol ist abhängig vom Tourismus und daher ist es leicht erklärbar, dass wir die Folgen der Krise deutlich spüren.

Da kam vieles zusammen: Absatzprobleme und auch Inkassoprobleme, vor allem für Lieferungen, die vor der Krise gemacht wurden an Restaurants, die geschlossen sind. Wir sind stark abhängig vom italienischen Markt und man kann sich vorstellen: wenn einer schließt, dann zahlt er auch nicht mehr. Jetzt muss man schauen, wie die Sache weitergeht, wenn sie wieder aufmachen.

Was erwarten Sie vom bevorstehenden Weinjahr?

Wir können auf einem guten Fundament aufbauen. Mit dem Genossenschaftssystem in Südtirol haben wir eine gute Basis und wir liefern gute Qualität und dies wissen die Konsumenten. Darauf müssen wir jetzt aufbauen. Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen wir den End-Konsument noch besser zu erreichen. Da setzen wir verstärkt auf digitale Medien und Onlineshops. In dieser Hinsicht bietet die Krise die Chance, uns noch besser auf dem Markt aufzustellen.“

Wie werden die Folgen der Krise abgefedert?

Wir reduzieren die Ernte 2020 um ca. 25 Prozent, je nach Rebsorte etwas mehr oder weniger. Damit kann der nicht verkaufte Wein mit Abklang der Krise abgesetzt werden. Das entlastet den Markt und dann werden wir weiterschauen. Ziel ist es die Qualität hochzuhalten. Auf keinen Fall dürfen wir uns auf einen Preiskampf einlassen. Das wäre tödlich für die Weinwirtschaft. Als Genossenschaft tragen wir eine große Verantwortung für all die Familien und Mitglieder, die Zulieferer der Genossenschaft sind. Es ist eine schwierige Aufgabe, aber wir werden es schaffen. In Südtirol haben die Genossenschaften einen sehr engen Kontakt zu ihren Mitgliedern. Die Mitglieder sind gewissermaßen Fans des eigenen Betriebes und mit Passion und Leidenschaft dabei, wenn es darum geht hohe Qualität zu erzeugen. Dieses Wir-Gefühl ist ganz wichtig und wird uns helfen diese Krise zu meistern.

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