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Der Raiffeisenverband arbeitet derzeit an der Errichtung einer neuen Kompetenzstelle für den Bereich der Förderungen auf provinzialer, regionaler, nationaler oder EU-Ebene. Darauf wurde bei der Sitzung des Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften hingewiesen.

Mittel für die Landwirtschaft im Fokus

Der Haushaltsplan und die Neuausrichtung der Förderungen für die Landwirtschaft standen im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften im ausklingenden Jahr.

Der Raiffeisenverband arbeitet derzeit an der Errichtung einer neuen Kompetenzstelle für den Bereich der Förderungen auf provinzialer, regionaler, nationaler oder EU-Ebene. Darauf wurde bei der Sitzung des Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften hingewiesen.

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, der bei der Sitzung den Haushaltsplan für die Landwirtschaft vorstellte, richtete den Blick zunächst nach Brüssel. Durch die Bildung der neuen EU-Kommission und die neue politische Konstellation seien derzeit noch viele Fragen und Unbekannte offen, jedoch seien für das kommende Jahr weitreichende Entscheidungen zu erwarten. Derzeit fehle eine klare Ausrichtung, was die EU-Förderungsmaßnahmen in der Landwirtschaft für die nächsten Jahre betrifft, wobei die Neuausrichtung der EU-Förderungen unter anderem aber vermehrt in Richtung zusätzlicher Umweltmaßnahmen und Ökologisierung gehen wird. Thema bildeten aber auch die Förderung der kleinen Familienbetriebe, die Flächenprämien, die Einhaltung von Biostandards, das Tierwohl und anderes mehr.

v.l. Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol, Paul Gasser, Generaldirektor, Christian Tanner, Vizedirektor und Landesrat Arnold Schuler bei der letzten Sitzung des Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften.

64 Mio. Euro für die Landwirtschaft

Wie Schuler berichtete, belaufen sich die Mittel, die im neuen Landeshaushalt für die Landwirtschaft vorgesehen sind, auf 64 Mio. Euro. Auch wenn die Mittel gegenüber den vergangenen Jahren weiter gesunken sind, weil der Landeshaushalt immer stärker fragmentiert wird, seien die Gelder für die Landwirtschaft seit 2015 bis heute insgesamt um 18 Prozent gestiegen, wenn man die Beiträge der EU und des Staates mit einberechnet.

Von den 64 Mio. Euro seien 19 Mio. Euro für laufende Ausgaben und 45 Mio. Euro für Investitionen vorgesehen. Ziel sei es, mit den verfügbaren Mitteln auszukommen und die Förderungen im Jahr 2020 entsprechend darauf auszurichten sowie bestehende Rückstände weiter abzubauen.

Die Förderung betreffen zum Großteil die Berglandwirtschaft, nachdem Obst und Wein kaum noch auf dem Landestopf gefördert würden. Bei der Sitzung zeigte Schuler in der Folge im Detail auf, in welche konkreten Bereiche die Förderungen in der Landwirtschaft fließen. Hier laufe auch die Diskussion über eine strategische Neuausrichtung. Dazu gehöre etwa die Frage, wer tatsächlich aktiv Landwirtschaft betreibt, die Frage einer vermehrten Ökologisierung oder die Frage der Einhaltung von zusätzlichen Biostandards.

Neue Strategien brauche es etwa auch im Bereich der Bewässerung, die durch den Klimawandel eine wachsende Bedeutung erhalte und deshalb in Zukunft in einer größeren Dimension betrachtet werden müsse. Weitere Themen, die Schuler im Zusammenhang mit den Finanzierungsmitteln für die Landwirtschaft anschnitt, waren unter anderem die Tierzuchtverbände, der Urlaub auf dem Bauernhof, die Umstellung von der Anbindehaltung auf Laufställe oder auch die Dimension von Neubauten in der Landwirtschaft sowie die Außenmechanisierung und die Grundmaschinierung in der Landwirtschaft.

Sinkende Wertschöpfung, steigende Auflagen

Die Spartenvertreter im Koordinierungsausschuss der landwirtschaftlichen Genossenschaften brachten bei der Sitzung ihre Sorge über die im Landeshaushalt vorgesehene Mittelausstattung für die Landwirtschaft zum Ausdruck. Die sich verknappenden Mittel und Förderungen seien mit Blick auf die zukünftige Entwicklung im Grunde kaum ausreichend. Verwiesen wurde auch auf die Problematik, dass die Wertschöpfung vieler landwirtschaftlicher Betriebe trotz Direktzahlungen nicht mehr steige, während die Bauern aber mit ständigen Mehrauflagen und Mehrkosten fertig werden müssten. Daher brauche es für die Landwirtschaft unter anderem eine Wertschöpfungsinitiative. Der eingeschlagene Weg, über Qualität, Image und Innovation zu punkten, müsse dabei konsequent weiterverfolgt werden, betonten die Spartenvertretern. Landesrat Arnold Schuler unterstrich die Bedeutung neuer Qualitätsstrategien, um eine Mehrwertsteigerung zu erreichen. Denn mengenmäßig sei sowohl in der Obstwirtschaft wie auch in der Milchwirtschaft durch die flächenbezogene Milchproduktion der Höhepunkt wohl erreicht.

Neue Kompetenzstelle für Förderungen

Bei der Sitzung des Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften wurde auch darauf verwiesen, dass der Raiffeisenverband an der Errichtung einer neuen Kompetenzstelle für den Bereich der Förderungen auf provinzialer, regionaler, nationaler oder EU-Ebene arbeite. Damit soll dem steigenden Koordinations- und Unterstützungsbedarf für die Mitgliedsgenossenschaften in diesem Bereich verstärkt Rechnung getragen werden.

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