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Künstlerin Heidrun Widmoser zum Bild: „Wenn etwas im Verborgenen bleibt, keine Bedeutung erfährt, dann fällt mir das auf, und ich mache es durch meine Malerei sichtbar“

Raiffeisen Landesbank: Kunst für die Weihnachtskarte

Die Künstlerin Heidrun Widmoser erhielt vom Kunstbeirat der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG den Auftrag zur Gestaltung der heurigen Weihnachtskarte. Für die Weihnachtskarte 2020 malt sie kahle Äste von verschneiten Bäumen, die sich sanft unter der Schneelast biegen.

Künstlerin Heidrun Widmoser zum Bild: „Wenn etwas im Verborgenen bleibt, keine Bedeutung erfährt, dann fällt mir das auf, und ich mache es durch meine Malerei sichtbar“

Zum neunten Mal wurde in diesem Jahr einer Künstlerin im Rahmen der Kunstsammlung der Raiffeisen Landesbank Südtirol die Möglichkeit zur Ausführung eines Auftragswerks gegeben. Wie in den letzten Jahren von Sylvia Barbolini, Arianna Moroder, Gabriela Oberkofler, Nicolò Degiorgis, Cindy Leitner, Johannes Bosisio, Maria Peters und Mirijam Heiler wurde die Weihnachtskarte der Bank heuer von Heidrun Widmoser gestaltet.

Geboren 1960 in Meran, besuchte die Künstlerin Heidrun Widmoser die Hochschule für Angewandte Kunst in Wien bei Professor Oswald Oberhuber. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin  in Wien

Für die Weihnachtsgrüße 2020 der RLB malt sie ein Detail einer von der Sonne hell beschienenen Schneelandschaft. In der Lyrik und in den Weihnachtsliedern des 19. Jahrhunderts wird erstmals der Zusammenhang zwischen Schnee und dem Fest der Geburt des Christkindes hergestellt. Die Arbeit von Heidrun Widmoser zeigt uns aber, dass Schnee mehr ist als nur weiß. Ausgangspunkt für das Werk war ein Foto, das von der Künstlerin selbst aus dem Inneren ihres Autos aufgenommen wurde, nachdem sie in einer Haltebucht der Inntalautobahn geparkt hatte. Fasziniert von dem sich ihr bietenden Anblick, die von der Sonne hell beschienene Landschaft, dem am Rande der Fahrbahn bereits zu grauem Matsch mutierte Schnee und dem Lärm des vorbeibrausenden Verkehrs, den sie in diesem Moment völlig ausgeblendet hatte, all das lässt sie später im Atelier zu Pinsel und Farbe greifen, um diese Erinnerung festzuhalten.

Dabei geht es ihr nicht um eine realistische Wiedergabe eines Stückes Natur, sondern um dessen ästhetische Wahrnehmung. Eine Schneedecke nehmen wir zuerst ja nur als weiße Fläche wahr, erst beim genaueren Hinsehen öffnet sich, auf Grund der  momentan herrschenden Lichtphänomene, ein ganzes Spektrum von Nuancen, vom hellsten, gleißenden Weiß bis hin zu zart schimmernden Abtönungen, die das jeweilige Licht spiegeln. Genau diese Herausforderung, das Einfangen von einer Vielfalt an Nuancen war es auch, die KünsterInnen aller Epochen gereizt hat, Schneebilder anzufertigen.

Die kahlen Äste der zugeschneiten Bäume biegen sich sanft und bilden so eine zweite Textur auf der Leinwand, die sich netzartig über die mit Halbkreide grundierte und mit Eitempera kolorierte Holztafel legt. Somit ergibt sich ein starker Kontrast zwischen den fotorealistischen Zweigen und dem abstrakten Hintergrund, lässt die Arbeit genau zwischen diesen beiden Widersprüchen stehen und wirken.

Schnee als Metapher für Reinheit und Unschuld wirft in unserer heutigen Zeit aber auch die Frage nach der kommerziellen Ausbeutung der weißen Winterlandschaft durch den Tourismus auf, es geht auch um Probleme wie Klimaveränderung und die bedrohlichen Aspekte dieser weißen Pracht, um Trivialisierung und Klischeevorstellungen. Diese erfreuen aber, trotz Allem, immer noch unser Auge und Herz nicht nur zur Weihnachtszeit.

Heidrun Widmoser formuliert folgenden auf die weihnachtliche Botschaft bezogenen Text:

„Wenn etwas im Verborgenen bleibt, keine Bedeutung erfährt, dann fällt mir das auf, und ich mache es durch meine Malerei sichtbar“

Das Werk ist im Schalterraum der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG ausgestellt.

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