Kurznachrichten

Kurznachricht

22.07.2020

Wirtschaftsbarometer – Sommer 2020

Umsatz und Investitionen stark gesunken

Trotz der fortschreitenden Lockerung der Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung erwartet fast die Hälfte der Südtiroler Unternehmen heuer eine schlechte Ertragslage. Umsätze, Investitionen und Personaleinstellungen sind stark rückläufig. Dies ergibt sich aus der Sommerausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO — Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen.


Rund die Hälfte der Südtiroler Unternehmerinnen und Unternehmer klagt über eine unbefriedigende Rentabilität. Vor allem der Tourismussektor meldet Schwierigkeiten. Erhebliche Probleme gibt es aber auch im Transportwesen und in verschiedenen Branchen des Groß- und des Einzelhandels. Die befragten Unternehmen weisen auf einen dramatischen Umsatzeinbruch hin. Allerdings ist die Situation zwischen den verschiedenen Sektoren sehr heterogen.

Im Tourismussektor betrug der Umsatzrückgang im Mai mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch der Personenverkehrssektor war mit einem Verlust von 54 Prozent stark von der Krise betroffen. Erhebliche Schwierigkeiten gibt es auch bei den Kellereien und in verschiedenen Branchen des Handels und des Verarbeitenden Gewerbes. Lediglich die Obstgenossenschaften und die Supermärkte melden einen Anstieg des Geschäftsvolumens. 

Die Unternehmen klagen darüber hinaus über eine Zunahme der Betriebskosten, die zum Teil auf die Änderungen der Betriebsorganisation und auf die Sicherheitsmaßnahmen zur Begrenzung der Pandemie (Anpassung der Betriebslokale, Anschaffung von persönlicher Schutzausrüstung für Kund/innen und Mitarbeiter/innen, verstärkte Verwendung von Verpackungen für Produkte, Kosten für die Desinfizierung der Räumlichkeiten usw.) zurückzuführen ist.

Besorgniserregend ist für die Unternehmen der Mangel an Liquidität. Dies ist auf den Umsatzeinbruch, aber auch auf die stark verschlechterte Zahlungsmoral der Kund/innen zurückzuführen. Über ein Viertel der befragten Unternehmer/innen berichtet auch von erschwerten Bedingungen für den Zugang zu Krediten, trotz der Unterstützungsmaßnahmen von Staat und Land und des Engagements der Kreditinstitute, die einen starken Anstieg der Kreditvergabe melden.

Auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Informationen schätzt das WIFO, dass das Südtiroler BIP im Jahr 2020 um 7 bis 11 Prozent schrumpfen wird.


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